Metal CD Review

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In Vain "The Latter Rain"

In Vain - The Latter Rain - CD-Cover

29.6.2007
Nach lediglich 2 EP’s, welche da heißen “Will the Sun ever Rise” und „Wounds“ und 2003 bzw. 2005 erschienen, stellen die Newcomer „In Vain“ eine Debutscheiblette nach Maß auf die Beine. Selbst beschreiben sie ihre Musik als „Progressive Extreme Metal“. Und das kann man getrost so stehen lassen, da die Klassifizierung ihrer Musik beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Zunächst hätte ich „In Vain“ ja voreilig dem auf dem Album prävalierenden Black Metal zugeordnet. Damit steht man aber ziemlich weit Abseits dessen was auf „The Latter Rain“ geboten wird. Schon beim 2ten Song „In the Midnight Hour“ fahren die Norweger das volle Programm auf. Wohlige Melancholie im Katatonia-Stil trifft auf erbarmungslos stampfende Darkmetal Passagen und Doom-Einflüsse. Durchwirkt mit cleanem Gesang und Akkustikgitarren sowie Heavymetal Soli und üppig bestückt mit Dimmu Borgir-Bombast ist der Neunminüter ohne Frage ein echter Hochgenuss für Extremmetal- Fans. Denn trotz der vielen musikalischen Einflüsse und der komplexität des Stückes, wie auch der restlichen Großtaten auf diesem Album, fließt alles beständig ineinander, wirkt nie zerstückelt und kommt wie aus einem Guß in die Gehörgänge gekrochen. „Det Rakner“ zum Beispiel beginnt mit Seventies-Orgeln, nur um im nächsten Moment mit Schädelspaltenden Drums und sägenden Riffs aus der Blackmetalecke loszubrettern. Irgendwie schaffen es die Nordmänner aber diese Bestandteile ebenso genial miteinander zu verbinden wie den getragenen, traurig schönen Schlussteil des Songs homogen in den Gesamtaufbau einfließen zu lassen. In „Octobers Monody“, einem Highlight unter diesen Göttergaben, treffen eben jene Hammondsounds wieder auf Schwarzwurzelraserei und Riffs aus der Powermetal-Region. Zum Ende entschwebt der Song in progressiv-getragene Sphären, umhüllt von wundervollen clean-Vocals.

Vor allem fällt einem beim hören des Albums auf, auf welchen Ideenreichtum In Vain zurückgreifen ohne verkopft oder zerfahren zu wirken. Mit den verwendeten musikalischen Stilistiken erschaffen sie in jedem ihrer Lieder eigene Welten und erzählen packende Geschichten. So zum Beispiel im folgenden „Their spirits ride with the Wind“. Eingeleitet von Schamanengesängen gleitet der Song durch epische, doomige Gefilde in einen Sturm aus Emperor-mäßigen Progressiv-Blackmetal-Attacken nur um im nächsten Moment wieder in Pink Floyd beeinflusste Gefilde zu fliehen. Ganz ganz groß! „I total Triumf“ überrascht einen dann noch mit jazzigen Saxophon-Passagen die erstaunlich gut in das ansonsten manische Darkmetal-Geprügel passen. Doom, unterlegt mit Streichern, und Prog-Metal prallen im anschließenden „As I wither“ aufeinander und gehen wiederum eine fantastische Symbiose ein. „Morning Sun“ bietet einmal mehr mörderisch schnelles Schwarzmetall jenseits allem vorstellbaren, bevor „Sorgenfri“ den Hörer mit wunderschönem, federleichtem Beginn und ebensolchem Ende, nach einem finalen Ritt durch alle Facetten des Sounds von „In Vain“ aus dem Dunkel ins Licht entlässt.

Hier bleibt wohl nichts anderes zu tun als die Höchstpunktzahl zu zücken und das Album jedem ans Herz zu legen, der auf Emperor, Opeth, Borknagar etc. steht und in Einflüssen von King Crimson so wie Jazz und/oder Pink Floyd eine Bereicherung sieht. Das Teil wird euch süchtig machen und so schnell nicht mehr loslassen. Der Vollständighkeit halber sei noch erwähnt, dass einige der Vocals auf diesem Silberling von keinen geringeren als Jan K. Transeth von „In the Woods“ und Kjetil Nordhus von „Green Carnation“ beigesteuert wurden. Bleibt nur die Frage, ob „In Vain“ ein Debut von solchem Kaliber nochmal einholen können. Die Messlatte liegt jetzt zumindest himmelhoch.

Tracklist

1. The Latter Rain ****
2. In the midnight Hour *****
3. Det Rakner ****
4. Octobers Monody *****
5. Their Spirits Ride with the Wind *****
6. I total Triumf ****
7. As I wither ****
8. Morning Sun *****
9. Sorgenfri ****

VÖ: 06.07.2007
Punkte: 10/10 Daniel/V.U. Indie Recordings
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