Metal CD Review

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Insense "The Silent Epidemic"

Insense - The Silent Epidemic - CD-Cover

26.4.2007
"The Silent Epidemic" ist das bereits dritte Full Length Album der Band Insense, die in Oslo, Norwegen, beheimatet ist. Wer nun aufgrund ihrer Herkunft denkt, dass hier eine weitere Black Metal Band aus dem Land, wo Black Metal ganz gross geschrieben wird, an den Start geht, liegt falsch. Denn die Band zählt Gruppen wie Fear Factory, Pantera, Slipknot, Machine Head, Metallica und Obituary zu ihren Einflüssen.
Und das hört man schon beim ersten Song "Welcome Whore" - ein markerschütternder Endzeitschrei wird über schreddernde Gitarrenwände losgelassen. Was dann folgt ist eingängiger Metal, der im Midtempo angesiedelt ist und relativ melodiös daher kommt.
Was die Vocals angeht, liegt hier ein sehr abwechslungsreicher Mix vor: schrille, teilweise sehr im Stil von Aleksi Laiho gehaltene Grunts beherrschen vornehmlich das Bild, jedoch werden auch ab und an cleane Männer-Vocals eingestreut, welche ziemlich verzweifelt anmuten.
"Deeper Nail" beginnt mit cleanem Gesang, geht dann in Screams über und klingt mindestens so verzweifelt wie sein Vorgänger, scheint Sänger Tommy doch den Schmerz der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen.
"The Erosion of Oslo" ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger sehr viel aggressiver, gar - passend zum Titel - endzeitlich.
Bei "Yearning" dagegen setzt erst nach der Hälfte des langsam gehaltenen Songs der Gesang ein. Sehr ruhig, melancholisch und emotional kommt dieser Song fast ohne Growls aus.
"Skinned of Pride" ist wieder düsterer, fast schon doomig anmutend, doch "The Worst is Yet to Come" kommt dann wieder schneller um die Ecke, die Drums knüppeln im Mittelteil als gäb´s kein Morgen und Tommy brüllt sich die Lunge aus dem Leib. So geht es auch bei "175.000" weiter - Zerstörung pur !
Nach diesem Endzeitintermezzo gibt es mit "A Silent Epidemic" eine kleine Verschnaufpause - zumindest was die ersten eineinhalb Minuten angeht. Danach ballert auch dieser Song gnadenlos los, wird gegen Ende aber durch cleanen Gesang etwas entschärft, bevor die Drums wieder wie ein Donnerwetter über einen hernieder brechen. "The Pendulum Knife" kann einen latent wahnsinnig machen, was wahrscheinlich auch Intention dieses Songs ist, wird doch ein und derselbe Refrain immer und immer wieder wiederholt. "Time Wounds all Heals" beendet das Album mit fast 7 Minuten Spielzeit. Die cleanen Vocals kommen hier sehr weinerlich zum Einsatz, die growlenden keifen aggressiv dazwischen, doch alles in allem ein ziemlicher Emo-Song.
Zusammengefasst liegt hier ein abwechslungsreiches Album vor, das sowohl harte als auch ruhigere Töne anzuschlagen weiss. Haben wir wieder etwas dazu gelernt: aus Norwegen kommt eben doch nicht nur Black Metal ;).

Tracklist

01. Welcome Whore****
02. Deeper Nail***
03. The Erosion of Oslo**
04. Yearning*
05. Skinned of Pride**
06. The Worst is Yet to Come***
07. 175.000**
08. A Silent Epidemic***
09 The Pendulum Knife**
10. Time Wounds all Heals*
Punkte: 6,5/10 Nadine S. / V.U. Label: Black Balloon Records
Anspieltipps: ***** CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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