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Iskald "Shades of Misery"

Iskald - Shades of Misery - CD-Cover

29.6.2007
Simon Larsen und Aage A. Krekling aus dem norwegischen Sortland sind die beiden Musiker, die hinter „Shades of Misery“ stecken (inzwischen ist die Band „Iskald“ aber auf 4 Personen angewachsen). Nie gehört? Kein Wunder die beiden sind gerade mal 20 Lenze jung und haben mit ihrem Debutalbum, eingehämmert im Ballerina Audio (Vintersorg, Naglfar), eine Platte aufgetischt, die deutlich mehr als nur Achtungsapplaus einfahren wird.

Mit einem Hauch Doom startet der Intro-Opener „Hymn of Desolation“ in eine wilde Jagd voller modernem Black Metal, der vor verschiedenen Einflüssen, cleverem, abwechlungsreichem Songwriting und hymnisch, kalter Atmosphäre nur so strotzt. „Iskald“ schielen dabei immer auf die Größen der Szene ohne zu kopieren und erschaffen einen eigenständigen Klangkosmos. Das alles schaffen die Youngsters mit einer Routine und Selbstverständlichkeit die schlichtweg beeindruckt. Gibt es doch gerade im Black Metal genügend Gurkentruppen, die auch nach zwanzig Alben keinen Schritt vorankommen und immer die ewig Gestrigen bleiben. Traditionelle Versatzstücke gibt es natürlich auch auf „Shades of Misery“, so ganz ohne geht’s ja nicht, aber „Iskald“ sind stehts darum bemüht, dem Genre ihr Verständnis vom Black Metal von Heute einzuhauchen. Keinesfalls wird hier stumpf geknüppelt, um brutal oder böse zu wirken. Vielmehr lassen sie ihre Songs atmen und geben jedem feinen, eingewobenen Element Raum sich zu entfalten. Hymnische Keyboards, wie in „Pesten“ Rasende Ausbrüche („Shadowland“) oder groovig-moderne Parts z.B. im Titelsong geben jedem Song sein eigenes Gesicht und heben das Album im Gesamteindruck mehr als deutlich vom sonstigen Einheitsbrei ab. Vor allem, da sich bisweilen sogar ruhige, melancholisch getragene Momente in den ansonsten harten Gesamtsound (man beachte den Schuss Death Metal in „When Hell freezes over“) einfügen. Besonders hervorheben könnte ich, außer vielleicht das an „Dissection“ erinnernde „Warriors of the Northern Twighlight“, keinen Song. Zumal einem die Stücke auf diesem Album nicht gerade so ohne weiteres Zugang gewähren. Es braucht schon einige Durchläufe bevor man in die dichten, verwobenen Welten von „Eden“ „Lokes Dans“ oder „Da Gjallarhorn Song“ eingedrungen ist. Dann kann man sich aber von einem nicht unwesentlich beeindruckenden, fesselnden Werk schwarzer Klangkunst begeistern lassen. Von einem Soon-to-be-classic möchte ich jetzt noch nicht reden, aber dezent verbeugen darf man sich vor den Jungs schon.

Tracklist

1. Hymn of Desolation ***
2. Shadowland ****
3. Eden ***
4. Lokes Dans ****
5. Da Gjallarhorn Song ****
6. Pesten ****
7. Shades of Misery ***
8. Warriors of the Northern Twighlight *****
9. When Hell freezes over *****
Punkte: 9/10 Daniel/ V.U. Indie Recordings
Anspieltipps: ***** CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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