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Kalmah "For the Revolution"

Kalmah - For the Revolution - CD-Cover

16.6.2008
Kalmah warten in diesem Sommer mit einem knallharten, überzeugenden und fesselnden nunmehr fünften Album auf. Meine Fresse, zieht der Opener “For the Revolution” den Hörer in einen Sog aus unerbittlich treibenden Gitarren und melodischer Untermalung dank atmosphärisch perfekt auf die anderen Instrumente abgestimmten Keyboards! Das Sahnehäubchen bildet dabei die einzigartige, rauhe Stimme von Pekka Kokko, die keinen Zweifel an der Kraft der Gruppe aufkommen lässt. Das Eröffnungsstück “For the Revolution” bietet dem Hörer alles, was sich eben bieten lässt im Rahmen traditionell finnischen Melodic Black Metals, der ganz nebenbei – was auch nicht selten in Finnland vorkommt – starke Einflüsse aus dem Folkbereich aufweist. Hier mangelt es weder an versierten Soli noch an den schreienden Kampfhorden im Hintergrund, die als Chor fungieren, jedoch glücklicherweise nicht von glockenklaren Sopranen geführt werden, sondern eben von kriegslustigen Männern, die den Song somit davor bewahren an Maskulinität einzubüßen...
Im gleichen Maße atmosphärisch beginnt auch der zweite Song “Dead Man´s Shadow”, der den Keyboards des großartigen Marco Sneck eine dominante Position einräumt und ihn sich in seinem Spiel entfalten lässt. Dennoch darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass auch die Kokko-Brüder an den Gitarren wieder ordentlich was bieten, was noch lange nicht jeder kann. Beide legen zwischenzeitlich ein außerordentlich rasantes Tempo vor, ohne jedoch gegeneinander anzuspielen oder übertrieben zu wirken. Bei Kalmah hat eben jeder Ton seinen Platz! Auch Tanzeinlagen fehlen in “Dead Man´s Shadow nicht. Diese leiten direkt über in ein atemberaubendes Gitarrensolo, um dann wieder in Keyboard-dominierten Tanzpassagen zu enden.
Holy Symphony of War beginnt etwas verträumt mit Gitarren, stellt aber ziemlich schnell klar, dass Tagträumen bei diesem Song nicht ganz angebracht ist. Ganz klar findet Pekkas Stimme hier einen vorläufigen Höhepunkt an Rohheit! Black Metal-lastig schmettert er seine Lyrics ins Mikro, wobei seine Stimme fast schon ein bisschen an Crematory´s Felix in seinen besten Jahren erinnert, unterstützt zwischendurch von den Hintergrundchören.
Allgemein finden Kalmah einen bemerkenswerten Einklang von Härte und Romantik, eine perfekte Symbiose von melodischen und metallischen Klängen. Die langjährige Erfahrung der Finnen lässt sich eben nicht von der Hand weisen. Und auch die zweieinhalbjährige Pause vor dem letzten Album “The Black Waltz” im Jahr 2006 scheint ihnen mehr als gut getan zu haben. Als kleinen Kritikpunkt sollte man hier jedoch anführen, dass die Stück alle in der gleichen Tonart und -lage geschrieben sind. Nicht besonders abwechslungsreich... Dieses kleine Manko soll jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass wir es hier mit begnadeten Musikern zu tun haben, die – wenn auch nicht immer ganz originell – sich auf dem Markt des finnischen Folk Black Metal behaupten konnten – mit Recht!

Tracklist

1. For the Revolution
2. Dead Man´s Shadow
3. Holy Symphony of War
4. Wings of Blackening
5. Ready for Salvation
6. Towards the Sky
7. Outremer
8. Coward
9. Like a Slave
Punkte: 8/10 Sarah Junges / V.U. Abspieltipps: For the Revolution, Towards the Sky, Outremer
Label: Spinefarm Records/Soulfood CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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