Leverage "Circus Colossus"
23.12.2009
Leverage haben sich für ihre neue Scheibe ausgiebig Zeit gelassen. Der Grundtenor aus Melodic und Power Metal, der mit einigen Prog-Anleihen angereichert wird ist ebenso geblieben, wie der Hang zum durchgetretenen Gaspedal. Leverage gehen von der ersten Minute an konsequent nach vorne und machen keine Gefangenen, für ausgiebige Nackenschmerzen ist also gesorgt. Aber die Band hat ein Problem: sie ist zu Unkonsequent. Mehr als 45 Minuten gutklassigen Metal hat man auf den Silberling gebrannt, der trotz aller Aggressivität, die an den Tag gelegt wird, sehr facettenreich klingt, den Hörer aber durchaus auch mal überfordern kann. Es ist nicht leicht, dem roten Faden zu folgen, was in der Ermangelung eingängiger Songs, am gewöhnungsbedürftigen, aber sehr eigenständigen Gesang von Pekka Heino zu liegen scheint. Hier liegt der Hase noch im Pfeffer: Die Finnen können alles und haben alle Voraussetzungen, um eine richtige Hausnummer im Business zu werden, nur fehlen ihnen (noch) die Songs, die sie von anderen richtig abheben werden. Die deuten sich beim atmosphärischen „Wolf And The Moon“ oder beim furiosen „Rider Of Storm“ zwar an, kommen aber noch nicht ganz durch. Sehr gut gelungen ist die Produktion, die klar und transparent rüber kommt. Ebenfalls erwähnenswert ist die Aufmachung mit schönem Booklet und allen Texten. Das ist ja heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.
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