Metal CD Review

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Machinery "The Passing"

Machinery - The Passing - CD-Cover

16.6.2008
Die bisher recht unbekannten Machinery warten auf mit einer Mischung aus – wie sie selbst aussagen – Heavy, Death, Black, Death und Thrash. Nicht dass ich dies gänzlich negieren wollte, aber beim ersten Reinhören stellt sich gleich die Frage: Wo ist das Death, das Black und das Thrash?! Der Einfluss des Heavy Metal, sofern man diesen mit Black und Death Metal auf einer hyponymen Ebene betrachtet, ist durchaus erkennbar in diesem ganz individuellen musikalischen Geflecht, welches in allererster Linie mit synthetischen Klängen überzeugt. Der Opener “Gold” beginnt leider etwas holprig und der Hörer wundert sich im ersten Moment, ob denn nicht vielleicht seine Anlage ihm einen Streich spielen möchte. Dem ist aber nicht so! Der Song ist kurioserweise so konzipiert! So plötzlich er einsetzt, so plötzlich klingt er auch wieder aus. Neben den recht straffen und eingängigen Klängen des Mittelbereichs, lässt “Gold” leider jede Form eines musikalischen Aufbaus vermissen, ganz zu schweigen von einem melodischen oder instrumentalen Spannungsbogen...
Und dann kommt der Bruch! Wo vorher recht milchige, eigensinnige Töne des Hörers Ohr verwirrten, dominieren jetzt drängende, exakte Gitarrenriffs und eine stimmliche Gewalt, die definitiv erklärt, warum sich Machinery in der Tradition des Black und Death Metals sehen... Beängstigend bohrt sich die Stimme Michels ins Ohr, unerbittlich hämmert die Gitarre, garniert wird das ganze von kleinen, synthetischen Polituren, wo angebracht. Kein Ton zu viel findet sich in “Reason is a Truth”, keine technische Nachbearbeitung mutet übertrieben an – alles in allem ein runder, bedrückender und musikalisch-kompositorisch sehr gut nachvollziehbarer Song!
Leider bleibt es nicht bei der Sparte. Nach “Reason is a Truth” bauen Machinery leider wieder etwas ab mit “I Divine”. Hier verlangsamt sich das Gitarrenspiel und der Gesang passt ganz und gar nicht zur Stimmlage des Sängers. Es klingt schlichtweg gezwungen und gepresst – Gift für die Stimmbänder! Zu gute halten muss man Machinery aber, dass die Melodiebögen in “I Divine” fesselnd sind. Hart lasten diese in ihrer reinen Moll-Lage auf dem Gemüt und unterstreichen perfekt die Aussage des Songs, der von Zerrissenheit geprägt ist.
Leider reicht der Platz hier nicht aus, um jeden einzelnen Song genügend Beachtung zukommen zu lassen, was eigentlich nötig wäre, da Machinery jedem einzelnen Song eine ganz eigene Note geben, die, isoliert betrachtet, nicht einmal einander zu einem Album geordnet werden könnten. So wechseln Black/Death-Atmosphären mit tiefen Growlgesang und Drumgewitter mit melancholischen, wirklich herzzerreißenden Balladen.
Alles in allem beweisen Machinery, dass sie mit Emotionen in der Musik sehr gut umgehen können. Auch ihre Instrumente beherrschen sie einwandfrei, wobei dabei anzumerken ist, dass Michel sich seiner bemerkenswerten, klaren Stimme erst noch richtig bewusst werden muss; was er auf “The Passing” präsentiert ist leider nur ein kleiner Teil dessen, was er wirklich kann. Und Vielfalt in Ehren, aber ein Stil muss im Schaffen des Künstlers erkennbar sein – Monet hat sich auch nicht auf Picassos Spuren begeben! Gothic Rock oder Black/Death Metal, beides wunderschöne Genre, aber eine Band sollte schon einem Stil treu bleiben und nicht innerhalb eines Albums dreimal den Stil wechseln.

Tracklist

1. Gold
2. Reason is the Truth
3. I Divine
4. Dead Man
5. Delirium Vengeance
6. Bloodline
7. Decide by Pain
8. The Passing
9. Waiting for the Wave
Punkte: 6/10 Sarah Junges / V.U. Abspieltipps: Reason is Truth, I Divine, Dead Man, The Passing
Label: Regain Records/Soulfood CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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