Maleficio "Go To Hell"
9.2.2010
Sie kommen direkt aus der Hölle und bringen die Dunkelheit über diese Welt: Maleficio! Auf ihrem dritten Teufelswerk feiern diese fiesen Knüppelbarden ein wildes Schlachtfest, dass das Blut nur so spritzt. Kompromisslos feuert das niederländische Quintett zehn übelst aggressive Hassbrocken aus ihren Läufen, dass einem die Ohren nur so dröhnen. Vokalvieh Dan Soxx growlt sich durch die Stücke, als wäre der Leibhaftige höchstpersönlich hinter ihm her. Seine stimmlichen Auswürfe verschmelzen mit den wummernden Rhythmusgitarren, Bässen und Drums zu einem apokalyptischen Soundteppich, der alle positiven Gedanken zerstört. Dazu im Kontrast stehen recht melodische Gitarrenmelodien, die den Stücken kleine Lichtblicke verschaffen und den angestrengten Ohren wohltuende Verschnaufpausen liefern. Trotz des krassen Gegensatzes fügen sich diese unterschiedlichen Elemente zu einem perfekten Ganzen zusammen und lassen das schwarze Herz eines jeden Black Metal – Jüngers in Höllenflammen aufgehen.
Dabei sticht besonders das alles niederwalzende „Habinger Of Death“ mit seinem durchgängig aggressiven Soundteppich hervor, der die Wut der restlichen Tracks noch bei Weitem zu übertreffen vermag. Durch mangelnde rhythmische Elemente und wild wummernde Double-Bass-Attacken wirkt dieser Todessong dabei schon fast körperlich anstrengend. Auch diverse Abwechslung im Soundgewand sorgt dabei nicht für die dringend benötigte Verschnaufpause, wodurch man sich am Ende der knapp fünf Minuten einfach nur geplättet fühlt.
Einen Moment zum Durchatmen bietet dafür aber das zunächst mit einer schönen Gitarrenmelodie balladesk beginnende „In the Name Of The Holy“. Die ruhigen Klänge halten zwar nicht allzu lange an, aber generell ist dieses Stück sehr melodisch geraten und sorgt besonders im Gesangsbereich für ziemliche Überraschung: Es herrscht nämlich durchgängig cleaner Gesang, welcher lediglich im Refrain von leisen Growls begleitet wird, vor!!! Auch die Stimme des Sängers klingt erstaunlich angenehm, so dass es im Grunde bedauerlich ist, nicht öfter in diesen wohltuenden Genuss zu kommen.
Maleficio ist mit dieser Höllenscheibe ein Meisterwerk der schwarzen Kunst gelungen, das mit 35 Minuten Spielzeit zwar recht kurz geraten ist, aber dafür einiges bietet. Dabei steckt der Teufel oft im Detail. Die Kompositionen sind alle sehr liebevoll (oder würde es hassvoll besser treffen?) ausarrangiert, so dass sich der geneigte Hörer einmal die Zeit und Muße nehmen sollte, sich dieses Teufelswerk ganz in Ruhe zu Gemüte zu führen, um auch wirklich alle Details zu entdecken, welche beim oberflächlichen Konsum leider verloren gehen.
Das abschließende Fazit kann jedenfalls nur lauten: Lasst uns in die Hölle gehen, denn da gibt’s was zu feiern. Ein Hoch auf Maleficio!!!
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