Manngard "European Cowards"
17.9.2007
Ich finde, eine Band sollte sich äußerst fix Gedanken machen, wenn ihre Hörer sich schon zu Beginn einer CD fragen müssen, ob sie die jetzt mittendrin angemacht haben, oder der Anfang einfach fehlt. So wie es bei dem zweiten Album der norwegischen Band Manngard der Fall ist. Ich bin wirklich nicht der Typ für lange Intros, aber hier hätte ich wenigstens eine Millisekunde lang etwas von einem kleinen Zeichen von dem Hauch eines Anfangs gebrauchen können! So. Jetzt habe ich mich schon mal über etwas Nichtvorhandenes aufgeregt. Fängt ja super an...geht auch so weiter!
Vom Stil her schwallert mir auf „European Cowards“ ein wüster Mix aus schlechten Slayer (was eigentlich nicht geht) und den sowieso schäbigen Meshuggah entgegen. Keiner der Songs lässt sich festnageln auf eine der Metal-Richtungen, die hier verwurstet werden. Thrash, Black / Death, Hardcore... jeder der Songs beinhaltet quasi alles und nichts davon. Es ist wieder das Ding mit der sich aufhebenden Wirkung, hab ich ja schon mal erzählt. Manngard versuchen hier eindeutig zu viel des Guten.
Vor allem der Sänger hat es drauf...nicht! Bei „Republic Of Texas“ beispielsweise versucht er Tom Arayas Gesang zu „Hell Awaits“-Zeiten zu imitieren, im nächsten Moment jedoch pfeift er so trocken auf dem letzten Loch, dass man ihm nen Whiskey zum Stimmbänder-Ölen anbieten möchte. Ehrlich mal, so geht’s aber gar nicht! Vor allem nicht ein komplettes Album lang! Ein weiteres Beispiel zur Untermalung meiner Ansichten ist auch der Gitarrist. Ich hoffe, er ist nicht selbst an den Kompositionen schuld – wenn doch, dann verstehe ich nicht, warum er sich noch auf ein Bandfoto traut. Die Soli sind ganz schön mager. Vom Sound, sowie auch von Kreativität fehlt hier eigentlich gänzlich jede Spur. Aber es ist schließlich nachvollziehbar: Wie soll man sich auf einen anständigen Sound einigen wenn man es nicht mal bei der Stilrichtung kann?! „Hey, lasst uns den Sound möglichst dünnwändig und flach halten, dann können wir alles spielen, was wir wollen. Ob Black, oder Heavy Metal..“ NEIN!!! Lasst es mich so ausdrücken: Sound? Chaos. Gesang? Chaos. Richtung? CHAOS!!! Und warum glaubt eigentlich jede Band, sie könne mit pseudo-intelligenten Texten und „Du, total wilder“ Musik gegen die U.S.A. Ansehen erlangen...wenn doch nicht mal die eine Hirnhälfte zur anderen passt????!!!!!
Ich kann dieses Album wirklich niemandem empfehlen. Obwohl – wer sich nicht entscheiden kann, ob er jetzt ne Black-Metal-CD oder doch lieber Thrash oder Death oder Leck-mich-Metal hören will...bitteschön!
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