Marduk "Rom 5:12"
4.5.2007
Die Black Metal Götter sind zurück! Und reißen mit ihrem zehnten Studioalbum mal wieder alle Glaubensmanifeste ein. Drei Jahre mussten ins Land ziehen, bis der Nachfolger zu „Plague Angel“ den hungrigen Massen vorgeworfen wird, doch nun ist es soweit und ich kann euch sagen, das Warten hat sich definitiv gelohnt!
Seit mittlerweile 17 Jahren erfreuen Marduk die Menschheit mit ihrem richtungsweisenden Black Metal, dessen hohe Qualität sie zurecht zu einer der Top Bands in diesem Genre hat werden lassen.
Bereits der Opener „The Levelling Dust“ schlägt mit voller Wucht ein und hinterlässt nichts als Tod und Vernichtung. Doch der Feldzug hat gerade erst begonnen, und so geht’s auf „Cold Mouth Prayer“ mit Doublebass und einschlagenden Riffs in Hochgeschwindigkeit weiter. Ein besonderes Schmankerl ist hier der Gastauftritt Joakim Göthberg’s, seines Namens ehemaliger Marduker. In seinem ganzen geballten Hass hat dieses Lied einen hymnenartigen Charakter und erweist sich als ein Höhepunkt dieses mit Höhepunkten gespickten Albums. Auf „Imago Mortis“ wird das Tempo etwas zurückgefahren, wodurch das Lied bedrohlich und düster wirkt. Allein Mortuus‘ Stimme lässt einem den Atem stocken, und das ganze 8:36 Minuten lang. Insgesamt fehlt mir hier aber die Intensität der ersten beiden Lieder, da können auch die Kirchenorgeln, welche den Song beenden, nichts mehr dran ändern. Dafür wird beim folgenden „Through The Belly Of Damnation“ wieder angezogen. Als wollte man die kürzere Liedlänge durch schnelleres Spielen kompensieren, wird hier auf die Drums eingeschlagen und in die Gitarren gehauen als gäbe es kein Morgen. Und das mit einer Präzision und Wucht, dass einem die Spucke wegbleibt. Da Jahreszahlen bei Black Metallern bekanntermaßen extrem beliebt sind, trägt der nächste Track den Titel „1651“. Eingeleitet wird das Ganze durch ein düsteres Orgelspiel, kurz darauf setzt Mortuus‘ in den Selbstmord zu treiben fähige Stimme ein, unterlegt von Trommelschlägen, welche an eine Prozession erinnern. Dieses Gefolge geht dann nahtlos in „Limbs Of Worship“ über, das da weitermacht, wo „Through The Belly...“ aufgehört hat. Hier wird stilsicher alles abgeschlachtet, was den vier Musikern im Weg steht, wobei vor allem Gitarrist Morgan eine hervorragende Arbeit leistet. „Accuser/Opposer“ beginnt mit einem von mir schon lange erwarteten lateinischen Spruch, der übertönt wird von messerscharfen Gitarrenriffs und niederdrückenden Drums. Und auch Alan Averill (Primordial) trägt durch seinen Gastgesang eine gehörige Portion zum Sieg Marduks bei. Der außergewöhnliche, klare Gesang Alan’s bildet einen genialen Gegenpol zu Mortuus‘ grimmigen, aggressiven Ton. Ein Mönchschor unterbricht das Gemetzel, und kaum ist das „Amen“ erklungen, wird mit „Vanity of Vanities“ zurückgeschlagen. Gemein und zutiefst schwarz mutet dieses Stück an, natürlich wieder auf höchster musikalischer Ebene. Im Tempo etwas langsamer geht’s mit dem wohlklingenden „Womb Of Perishableness“ dem Ende entgegen. Basser „Devo“, in dessen Studio das Album aufgenommen wurde, brilliert hier im Zusammenspiel mit Drummer Emil, und auch Gitarre und Gesang werden präzise und keine Fragen offenlassend eingesetzt. Gerade war man noch vom ersten Lied wie weggeblasen, und schon setzt der letzte Track „Voices From Avignon“ ein, auf welchem die Band noch mal klar macht, warum sie die Götter des Black Metal sind. Nach einem schnellen Anfang wird das Lied ungefähr nach der Hälfte langsamer, endet mit einem weiteren Orgelspiel und Kirchengesang und hinterlässt einen völlig überwältigten Hörer.
Dieses Album ist ein Pflichtkauf für jeden Black Metaller und man kann nur hoffen, dass Marduk ihre Fans mit zehn weiteren Alben beglücken werden!
„In death we are all united.“
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