Master "Slaves To Society"
12.6.2007
Man könnte ja meinen, es würde irgendwann mal langweilig werden, wenn eine Band über zwanzig Jahre lang Album um Album veröffentlicht und sich dabei entwicklungstechnisch gesehen kaum vom Fleck bewegt...Es wird aber einfach nicht langweilig – jedenfalls nicht bei Master! Deren neues Album „Slaves To Society“ ist einfach genauso alte Schule wie es sich für ein Death-Metal-Urgestein gehört!
Mit “The Final Skull”als Opener marschiert ein alles einstampfender und brutaler Song voran, der wieder auf ein gutes Album hoffen lässt – was mit „In Control“ direkt bestätigt wird, denn hierbei donnert es einem noch brachialer um die Ohren, als man erwartet hatte! In einem bösen Stakkato-Gewitter wettert Paul Speckmann mit den treibenden Instrumenten um die Wette, dass es eine Freude für jeden Nacken ist, und dem auch der darauffolgende Song „Beaten For The Possibility“ in nichts nachsteht. Diese drei Songs bilden einen klasse Einstieg in das Album durch die Master-typische Formel, die neben sehr variablen Ideen für ihre Songs immer fantastische Melodien mit rhythmischer Raserei verbinden – und das klappt bei ihnen einfach immer, wie man auf „Slaves To Society“ und natürlich den ganzen Vorgängern dieses Albums anhören kann. Aber zurück zu den neuen Songs! Beim Titelstück „Slaves To Society“ fühlt man sich dann endlich wie zu Hause angekommen – mehr nach Master können Master nicht klingen! Dagegen wird man von den Nachfolgern „Cheater“ und „The Darkest Age“ sehr überrascht. Ersteres fällt vor allem im Refrain eher in die Rock´n´Roll-Schiene und erinnert mich durch Speckmanns super gerotzten Gesang doch etwas an Motörhead´s Lemmy, was auch nochmals bei „Remnants Of Hate“ der Fall ist – und super in die Songs reinpasst, denn es verleiht ihnen noch einen Tick mehr Dynamik und fügt sich gut in die Melodien ein. Von „The Darkest Age“ wird man eher insofern überrumpelt, als dass es einen eben nicht erst überrumpelt – hä? Ja! Denn es beginnt zunächst schleppend und mit brüchigerem Gesang, gefolgt von interessanten Breaks im Tempo – finster und genial! Ebenfalls absolut hörenswerte Songs sind sowohl „The Room with Views“, der sehr rhythmisch durchläuft und für den ich eine Bang-Prognose von 100 Punkten vergebe, weil er so rumpelt, als auch das Presswerk „Remnants Of Hate“, das einem nicht mehr aus dem Ohr gehen kann durch seine böse hämmernden Riffs. Beängstigend gut ist hier auch das Gitarrensolo, das sich durch dunkle Rhythmuswolken schneidet, wie eine Sirene! „The Last Chapter“ beginnt hingegen mit etwas völlig neuem, nämlich ungewöhnlich nach Südstaaten-Metal klingenden Gitarrenparts, die einen interessanten, sich wiederholenden Bruch innerhalb des Songs abgeben. Schön schmutzig! Der Abschlusssong „World Police“ verbreitet nicht nur textlich, sondern in erster Linie klanglich eine apokalyptisch anmutende Stimmung, die einen etwas verstört alleine lässt, sobald das Album durchgelaufen ist...Aber dagegen hilft nur eins: Macht das Album wieder von vorne an! Master sind sich treu geblieben und verdienen für ihr neues Album (wieder mal) allerhöchsten Respekt! „Slaves To Society“ wird für alle Death Metal-Fans eine lohnende Investition sein!
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