Membaris / Weird Fate "Conspiracy"
10.5.2008
Unheilvoll und drohend beginnt die Gemeinschaftsarbeit der beiden deutschen Black-Metal-Bands Weird Fate und Membaris. Die befreundeten Musiker haben erstmals zusammen eine CD gemeinsam herausgebracht, auf denen die noch relativ unbekannten Weird Fate sich mit vier dynamischen und vielschichtigen Songs vorstellen, gefolgt von den doch inzwischen recht populären Membaris, die sich mit drei weiteren Songs die Ehre geben. Weird Fate starten mit verzerrten, bizarren Klängen ein sehr kurzes Intro namens The Call, um dann in Shadows richtig aufzudrehen. Kein Auge bleibt trocken bei diesem imposanten Stück, welches harte Gitarren, sanfte Keyboardstrings und präzise Drums vereint, zusammengefügt zu einem der ansprechendsten, bewegendsten und am ehrlichsten hasserfüllten Stücke, die im Black Metal je hervorgebracht wurden. Hymnenhafte Themen, die nie kitschig wirken und markante Modulationen bestimmen diesen Songs, verleihen ihm alles, was in Black Metal gepackt werden muss und das doch nicht auf Kosten der Individualität und des Charakters des Stückes. Shadows hat durchaus Wiedererkennungswert! Es folgt das etwas ruhiger und fast schon sensibler anmutetende Beyond the Fetters of Life, welches wiederum die Marke Weird Fates trägt: bizarr, verspielt, hymnenhaft, modulativ! Mit dem genialen Shadows kann dieser Song nicht ganz mithalten, hat dennoch durchaus das Potential zum Meilenstein im Black Metal zu werden. In Forlorn beweist die begnadete Eva ihre Keyboardkünste zu Beginn des Stückes. Hier manifestiert sich ihre besondere Ausbildung unter den Fittichen eines Klaviermeisters, der bereits große Pianisten hervorgebracht hat. Forlorn ist wohl das bewegendste Stück des Albums, erinnernd an der ein oder anderen Stelle an die weichen Momente von Agathodaimon und anderen der Klasse. Nicht darüber hinwegtäuschen kann die Präzision der Musiker, dass Forlorn etwas langatmig wirkt und leider nicht mehr ganz so rasant, clever und vielschichtig wie seine Vorgänger. Dies verzeiht man der Band aber gerne auf Grund der eingängigen Melodien und dem Effekt sich von den mitreißenden Stücken am Anfang des Albums erholen zu können. Die systematische Anordnung der Songs ergibt also durchaus Sinn!
Nach diesem überzeugenden Einstieg sind Membaris an der Reihe, die gewohnt düster einsteigen mit leisen, bedrohlichen Klängen, die nicht Gutes verheißen – es sei denn man erwartet Black Metal vom Feinsten! Ein weiteres Mal begeistern Membaris mit ähnlichen Attributen wie ihre Vorgänger: ehrlicher Black Metal ohne unnötige Schnörkel, Melodiebögen etönen nur da, wo sie auch wirklich wegzudenken sind – und das ist nicht oft! Mein schwarzer Augenblick ist kalt, rauh und kompromisslos. Black Metal eben wie man ihn immer verlangen können sollte. Betrachtet man sich aber mal die enorm hohe musikalische Begabung der Mitglieder, muss man aufrichtig sagen, dass sie aus weniger mehr gemacht haben: Membaris könnten noch mehr, wenn das nicht evtl. zu ungunsten des Stückes gegangen wäre. Der Atmosphäre zuliebe verzichtet man auf ununterbrochene Doublebass-Einspielungen und untermalt lieber mit dichten, dominanten Gitarrenklängen und Alex´ atemberaubender, einzigartiger Stimme. Only Ruins Remain beginnt in ähnlicher Weise wie sein Vorgänger, nur dieses Mal sogar unterstützt von in der Ferne anklingenden Chorstimmen, die ganz abrupt abbrechen, um Alex´ Stimme Platz zu schaffen, die gnadenlos wie immer durchstartet. In passend emotionaler Manier drückt er die Zerrissenheit aus, die der Text des Songs offenbart. Dreams in Written Blood knüpft an Only Ruins Remain nahtlos an. Tonart und -geschlecht stimmen überein, Themen ähneln sich massivst und auch die Grundstimmung bleibt erhalten. Dies ist aber nicht zwingend als Einfallslosigkeit abzutun, es ist vielmehr ein Brückenbauen zwischen dem Höhepunkt der Stücke, Only Ruins Remain und dem ausleitenden Dreams in Written Blood.
So, nun aber genug – Resümee: Wahnsinn!!! Nach solchen Klängen sucht das aufrichtige Black-Metaller-Herz. Und das bezieht sich auf beide Bands. Glücklicherweise spürt man bei diesen auch die freundschaftliche Basis, auf der sich Weird Fate und Membaris bewegen, ja, sogar bereits sich Instrumentalisten geteilt haben. Hoffentlich bleiben beide noch lange im Geschäft und produzieren weiterhin auf solch hohem Niveau!
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