Ministry "Cover Up"
27.3.2008
Onkel Al sagt also auf Wiedersehen. Aber eine Szene-Größe wie er geht natürlich nicht sang- und klanglos, geschweige denn ohne Feuerwerk. Und das ist „Cover Up“ auf jeden Fall geworden. Zusammen mit Gastübeltätern wie Burton C. Bell und Tommy Victor haut uns Mr. Jourgensen alte Rock ‚n’ Roll Standarts um die Ohren, welche er in bester Ministry-Manier durch den Fleischwolf dreht.
Mit unbändiger Energie geht das Szene-Urgestein auf die in die Jahre gekommen Tracks los und verleiht jedem ein neues, eigenes, fratziges Gesicht. Ram Jams „Black Betty“ wird so zu einem, von Prong-Tommy gesungenen, abgehackten Industrial-Punk-Hassbatzen. Auch „Roadhouse Blues“ ist nach einer Dr. Al Gesichtsoperation kaum noch wieder zu erkennen. „Under my Thumb“ und „Radar Love“ werden mit 666 PS aufgemotzt und dürften in Zukunft zum Standart-Repertoir auf jeder Party gehören. Vor allem was Uns Al aus „It’s a wonderful world“ von Louis Armstrong gemacht hat haut einem den Kitt aus der Brille. Nachdem der Song, disparat zum Text, düster und apokalyptisch einmal, mit Jourgensens sehr eigenem Gesangsstil, durchgejammert wird haut uns der Mann das Ding danach noch mal in punkiger Höchstgeschwindigkeit vors Fressbrett. Wow.
Al Jourgensen macht noch mal das was er am besten kann und verabschiedet sich Stilecht und kompromisslos wie wir ihn kennen und lieben. Mach’s gut Al und vielen Dank für alles.
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