Metal CD Review

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Morian "Sentinels of the Sun"

Morian - Sentinels of the Sun - CD-Cover

11.9.2007
Das ist es also, das erste Ausrufezeichen welches die finnischen Rocker von Morian im Musikzirkus setzten wollen. Beim Stichwort Finnland klingeln bei einigen wahrscheinlich schon die HIM-Alarmglocken. Aber mal nicht so voreilig. Bekanntermaßen ist nicht alles was aus dem kalten Land mit der komischen Sprache kommt säuseliger Düster-Pop. Nein, Morian können durchaus rocken und manövrieren eher in Gewässern in der Nähe von Sentenced oder To /Die/ For.

Vor allem letztgenannte hätten bei der musikalischen Ausrichtung der Finnen entschieden Einfluss nehmen können. Ob’s so ist bleibt erst herauszufinden. Fakt ist aber, dass Morian ihren mal treibenden, mal gemäßigt schwelgenden Rock gern mit der einen oder anderen Kante Metal versehen. Eingängige Melodien dürfen bei Outputs dieses Schlages natürlich nicht fehlen. Ein paar davon muten tatsächlich so an, als stammen sie aus der Feder von Herrn Valo, vor allem Balladeskes wie „Away from the Sun“, aber zum größten Teil finden sich doch eher knackige Rockriffs und kraftvolle Vocals auf „Sentinels of the Sun“. Und gerade beim Gesang dürften vor allem deutsche Hörer die Ohren spitzen. Klingt Sänger Janne Siekkinen über weite Strecken doch täuschend echt wie Peavy Wagner von Rage. Tja, und in Verbindung mit der wuchtig agierenden Instrument-Fraktion und den großen Melodien kann sich der ein oder andere jetzt schon mal ausmalen, wie Songs der Marke „Rats in the Walls“, „Flak Jacket“ oder das Doublebass getriebene „Recoils“ reinhauen. Dem gegenüber stehen getragene Lieder wie das schon erwähnte „Away from the Sun“ „Smoke and Mirrors“ oder das abschließende, großartige „Remains (to be seen)“. Bei alledem wird natürlich nicht an Stoff für den Fußballfeldgroßen Keyboardteppich gespart. Welcher aber trotzdem nicht alles gnadenlos zukleistert, sondern die Melodieführung in den Songs entweder prima unterstützt oder selbst übernimmt. Tastenmann Antti Simonen macht seinen Job jedenfalls ebenso gut wie der Rest der Band und so wurden Morian sogar außerhalb ihrer Heimat bereits mit reichlich Radio-Airplay belohnt. War doch der Titelsong ihrer ersten EP „Firewalkers“, welcher auch auf „Sentinels of the Sun“ als Opener fungiert über Monate der meistgewünschte Song bei einer kanadischen Radiostation. Erwähnenswert wäre wohl noch, dass Erfolgsproduzent Hiili Hiilesma für die Produktion verantwortlich zeichnete und den Jungs in den Finnvox-Studios den passenden Sound auf den Leib schneiderte.

Bleibt für die Jungs nur zu hoffen, dass sie auch hier in Deutschland Fuß fassen können. Mit ihrer Mischung aus teilweise HIM-kombatiblen Melodien, Sentenced-Schwermütigkeit und metallischer Härte trifft man bestimmt auf diverse offene Ohren.

Tracklist

1. Firewalkers ***
2. The Legion of Two ***
3. Away from the Sun ****
4. Rats in the Walls ****
5. Tomorrow she comes **
6. Flak Jacket *****
7. Sleep of the Just ***
8. Recoils ****
9. Warmongers Ball ****
10. Smoke and Mirrors ***
11. Remains (to be seen) *****
Punkte: 8/10 Daniel/ V.U. Dynamic Arts Records
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