Mors Principium Est "Liberation=Termination"
6.2.2007
“Mors Principium Est” aus Finnland bescheren uns mit ihrem aktuellen Output “Liberation = Termination” einen Melodic Death/Thrash Parforceritt oberster Güteklasse. Vergleiche mit Children of Boddom müssen sich M.P.E. wohl auf den ersten Blick erstmal gefallen lassen. Aber gehen wir doch lieber mal ins Detail.
Nach einem kurzen Intro brandet einem mit „The opressed will rise“ der erste von insgesamt 10 fulminanten Hassbatzen um die Löffel. Giftige Vocals und mitreisende Melodien, technisch versiert angerichtet. Das Drum-Loop am Anfang von „The Animal within“ mutet zunächst wie ein Fremdkörper an, ist aber angesichts des erneuten Flakfeuers das da mit viel Doublebass, Melodie und filigranen Soli losballert, gleich wieder vergessen. Bei folgenden „Cleansing Rain“ schauen „In Flames“ immer mal wieder zur Tür rein, während Gitarrenläufe direkt aus den Achtzigern ins Heute gebeamt und im Chorus von ordentlich viel Blastbeat überrannt werden. Nichts desto trotz strotzt das Machwerk nur so vor Melodien auf die im kurzen Zwischenspiel „Forgotten“ noch mal ne Schippe draufgepackt werden. So richtig hatten die Herrschaften aber wohl keine Lust länger in dieser doch eher gemäßigten Gangart zu verweilen. Nach knapp eineinhalb Minuten is damit Schluss und „Sinners Defeat“ knallt unvermindert heftig durch die Botanik. Hier tauchen dann auch wieder elektronische Spielereien auf, halten sich aber dezent im Hintergrund und stören deshalb kein bisschen. Dominant sind nach wie vor die rasanten Thrash-Riffs, die großen Melodien und unbekümmerter Abwechslungsreichtum. Im epischen „The Distance Between“ wird das Tempo dann doch noch mal etwas gedrosselt. „It is Done“ und „Terminal Liberation“ packen dann noch mal die Thrash-Keule aus bevor „Lost Beyond Retrieval“ mit seinem Van Halen- Anfang als Instrumental die Platte eher ruhig und mit viel Schönklang abschließt.
Ausfälle sind auf dem kompletten Album nicht auszumachen. Die Mischung aus altem Thrash, Boddomschen Gitarren-Keyboard-Duellen und Naglfar-Raserei weis zu gefallen, lässt aber die ganz großen Songs, oder zumindest Momente leider vermissen. Trotzdem kann man sich das Teil in einem Rutsch anhören und wird als Kenner und Liebhaber dieses Genres sicher nicht enttäuscht sein. Kann man sich ruhigen Gewissens ins Regal stellen. Sollten „Mors Principium Est“ ihre packenden Momente klarer definiert ausarbeiten, die bieten sich schließlich großzügig an, und nicht mit allzu viel Frickelei zuballern wäre wohl noch etwas mehr drin. Aber ich will angesichts der gezeigten Leistung nich weiter meckern.
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