Nine "It´s Your Funeral"
19.4.2007
Die Schweden von NINE können bereits auf eine lange Bandgeschichte zurückblicken, denn ihre Anfänge als Hardcore-Metalband gehen zurück bis ins Jahr 1994. Seitdem, heißt es, habe die Band sich nicht von zeitgenössischen erfolgreichen Musiktrends (in der Metalszene...??) beeinflussen lassen und sei stattdessen immer ihren eigenen kreativen Bedürfnissen und ihrer Leidenschaft für Musik gefolgt. Diese mit großer Ausdauer betriebene Eigensinnigkeit hat schließlich dazu geführt, dass die Band auch heutzutage noch jenseits jedweder kategorisierbarer Genres operiert und einfach nur sie selbst ist. Immerhin macht es auch keinen schlechten Eindruck, wenn man schon mit Bands wie Converge, The Haunted, Nasum, Entombed, Disfear und The Hope Conspiracy auf Tour war, und die neue Scheibe "It´s your funeral" vom berühmt-berüchtigten Daniel Bergstrand (Strapping Young Lad, Meshuggah, In Flames) produziert wurde. Und tatsächlich ist die Musik auf diesem Album irgendwie etwas anderes, als mir bisher bekannt war - ein herausfordernd-trotziger Schlag ins Gesicht, wie das Infoblatt so schön beschreibt. Und diese Aussage trifft zu, denn die Musik von NINE ist tatsächlich nicht, oder nur schwierig, zu kategorisieren. Beim Gesang handelt es sich um durchgehend aggressives Shouting, die Musik könnte man als Heavy Death Rock beschreiben. Insgesamt wirkt sie wegen des Gesangs sehr rau, ist aber durch den sehr rockigen Stil leicht zugänglich und recht melodisch, dennoch aber immer mit grobem und heavy Charisma -eine ziemlich mutige Mischung aus Harcore, Metal und Rock. "No Air Supply" ist ein gut gewählter, leicht greifbarer und heavy Einstieg ins Album. Mit düsteren Gitarren geht´s dann auch mit "Bird Of Prey" sehr rock´n´rollig weiter. Der dritte Track "Nothing Left For Vultures" hat eher den Charakter einer Ballade, und spätestens jetzt fängt der aufdringliche Schreigesang an, mir etwas auf die Nerven zu gehen, denn hier handelt es sich um ein im Grunde sehr gutes Stück, welches mit ein paar mehr cleanen Passagen als die wenigen am Ende des Songs aber um einiges interessanter wäre- Aggression und melancholisch-traurige Melodien passen eben nicht so gut zusammen und ergeben natürlicherweise schwerlich ein harmonisches Ganzes. Dann fange ich an mich zu fragen, ob die Band ihre besten Stücke alle nacheinander an den Anfang gepackt hat oder ob mir die Musik langsam einfach zu eintönig wird, aber irgendwie entdecke ich vorerst nichts sonderlich Herausragendes mehr. Halt, "Until Death Do Us Apart" schafft es dann doch wieder meine Aufmerksamkeit zu erhaschen, denn das Stück rockt gut ab. Und auch bei dem folgenden "Venom" handelt es sich um einen langsamer gehaltenen, aber sehr heavy Song mit großer Wirksamkeit; endlich kommt auch mal etwas anderes auf den Plan als in den bisherigen Stücken. "Bleeding Hearts" wäre in diesem Kontext mit seinen experimentellen Ansätzen auch noch hervorzuheben, und auch das abschließende "Stigmata" schafft es mit seinen netten Melodien zu überzeugen. Insgesamt wiederholt sich das Album aber leider in seinem gesamten Verlauf immer wieder zu stark selber. Vor allem die mittleren drei Tracks verderben einem die Lust auf mehr, was schade ist, denn im letzten Drittel wird das Album wieder sehr viel stärker. Ich vermisse vor allem mehr Variation beim Gesang, denn dieser ist sehr einseitig, monoton und wird somit schnell langweilig; ein paar cleane Passagen würden auf jeden Fall was hermachen und Abwechslung schaffen. Andererseits wäre damit der eigenständige und recht unverkennbare Stil der Band dahin, also gibt´s für die konsequent durchgezogene Originalität schon mal ein Plus, auch wenn dies leider zu Lasten einer etwas abwechslungsreicheren Bandbreite geht. Wer gegen monoton gehaltenen, durchgängigen Schreigesang allerdings nicht viel einzuwenden hat, kann zu dem destruktiven, dunklen Rock auf "It´s your funeral" gut abrocken. Eine Hörprobe lohnt sich aber auf jeden Fall mal, denn diese Musik bekommt man nicht jeden Tag geboten und der Stil der Band ist allemal interessant.
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