Novembre "The Blue"
3.12.2007
Aus Italien erwartet man eigentlich nichts Düsteres, aber ein Haufen namens Novembre hat sich da wohl etwas anderes überlegt! Die Band, deren bereits siebtes Album „The Blue“ erst das zweite bei Peaceville erscheinende Werk ist, hat sich eine Mischung aus Gothic, Doom und Dark Metal zu eigen gemacht und lässt sich zunächst einordnen in eine Kategorie mit Opeth, Katatonia und Anathema.
Direkt vom ersten Lied an verbreitet sich eine düstere Atmosphäre, die Einflüsse von Opeth erkennen lässt, diese jedoch mit einem eigenen, sehr komplexen Stil untermalt sind. Die schwere Stimmung ist hier jedoch nicht in Trägheit ausgedrückt, sondern auf eine dynamische Weise, und mit dem Klang von Carmelo Orlando`s cleanem Gesang erinnert es wiederum großartig an Anathema. Insofern kein typischer Doom, obwohl die signifikanten Merkmale ebendieser Richtung häufig vertreten sind. Wie beispielsweise die gequälten Growls in „Architheme“, oder ein eher schleppender Songverlauf, wie er bei „Nascence“ klasse umgesetzt wird. Bei letzterem gefällt mir auch sehr das Duett mit einer zerbrechlich klingenden Frauenstimme, die vornehm im Hintergrund gehalten wird.
„Iridescence“ ist als Song wahrscheinlich das Beispiel schlechthin, um das Album zu umschreiben: Zu Beginn recht langsame und atmosphärische Klänge, um sich dann mit cleanem Gesang und dynamischen Riff bis hin zu einer Eskalation aus Growling und treibendem Schlagzeug zu steigern. Wobei mir persönlich letzteres noch besser gefällt und was in „Sound Odyssey“ weiter ausgeführt wird, denn in diesem Song befinden sich wohl mehr Elemente für Fans von langsamer dahinsiechendem Metal.
In „Cantus Christi“ wird man jedoch mit einem an Kirchenchoräle erinnernden Einstieg und akkustischen Gitarren-Intermezzi überrascht – die sind allerdings schnell wieder vorbei, und es waltet wieder finstere Härte über dem Album. Diese Art Experimentalismus sollte man der Band nicht übel nehmen, sie verstehen was von ihrem Genre und übertreiben es zum Glück nicht mit verspielten Geduldstests für ihre Hörer!
In „Zenith“ gibt es auf „The Blue“ auch ein schönes Instrumental, nicht unebdingt so schön, dass man sich in Selbstmitleid suhlen und in den regen gucken könnte, aber trotzdem ganz wunderbar melancholisch, mit Tempo versehen, das sich selbst zügelt um ein stimmiges Stück abzuliefern, das perfekt ohne Gesang auskommt.
Novembre´s „The Blue“ ist ein Glanzstück seiner Art für Fans von den bereits erwähnten Anathema, Opus und Katatonia – die ideale Mischung!
weitere CD-Reviews »»
