Obliteration "Perpetual Decay"
5.6.2007
“Obliteration” sind eine noch recht junge Band aus Norwegen und wurden nach einem Gig beim „Hole in the Sky-Festival“ von Darkthrones Nocturno Culto für „Tyrant Syndicate –Records“ unter Vertrag genommen. Nun liegt mit „Perpetual Decay“ ein Album der Mannen vor, das einmal mehr aufzeigt, dass man in Norwegen mehr kann als Black-Metal.
Allerdings roh und ungeschliffen klingt auch „Perpetual Decay“. Auf Hochglanz scheißt man im hohen Norden also auch in Sachen Death-Metal. Und spätestens jetzt sollte jedem Oldschool Deathmetal-Fan das Herz höher schlagen. Jüpp, „Obliteration“ sind verfechter traditioneller Todesbleikost aus allen relevanten Ländern, sprich Amerika und Skandinavien. In „Sadistic Nekroabortion“ zum Beispiel fühlt man sich an „Autopsy“ erinnert, wobei man sich so ganz nebenbei noch frech bei „Black Sabbath“ bedient. Schleppende Riffs und flottes Death-Gerödel wechseln sich ab. Der Sänger erinnert zu dem auch stark an Chris Reiffert und ein bisschen John Tardy. Allerdings bleibt es nicht bei den „Autopsy“-Einflüssen. „The Abominator“ und „Breeding the Sick“ könnten Geschwister sein. Die Licks beider Songs ähneln sich doch sehr, und gemahnen an alte „Slayer“ Großtaten. Auch „Repent“ steigt nach walzendem Beginn in ein verheerendes Riffgewitter ein, und holt „Scream Bloody Gore“ ins Gedächtnis. „Instrumental“ stellt das musikalische Highlight auf „Perpetual Decay“ dar. Ruppige Riffs, „Sabbath“ im Mittelteil und zum Abschluss winkt man noch in Richtung „Dismember“ und Konsorten. Der Titelsong ist sowas wie eine Zusammenfassung aller Einflüsse, da werden US-Death Licks und Riffs durch den Stockholmer Fleischwolf gedreht und die alte Schule in voller Pracht gefeiert. Das anschließende, rotzige „Guts and Glory“ und das „Morbid Angel“-mäßige „Consumed by Flames“ mit Kerry King Solo machen da keine Ausnahme. In „Sepulchral Entity“ kommen nochmal alte „Death“ zum Zuge, bevor man die Sache mit „Sinstorm“ nochmal düster, schwer und bedrohlich ausklingen lässt.
„Obliteration“ klauen frech bei ihren Vorbildern und legen ein hohes Level an Tightness und Energie an den Tag. Abgesehen von einigen langsam walzenden Parts und einigen wenigen Soli gibt’s hier durchgehend voll auf die Fresse, und das auf technisch hohem Niveau. Auf der einen Seite macht das die Scheibe nicht gerade abwechslungsreich, auf der anderen Seite macht die Sache angesichts des Oldschooligen Flairs aber verdammt viel Spaß. Hier sind echte Maniacs am Werk denen die Zeit so um Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger eindeutig fehlt. Sie hohlen sie zurück. Nicht original, aber verdammt nah dran. „Obliteration“ rüpeln schön roh und brutal durch die Botanik und würzen ihr Gebolze mit Anleihen aus Doom-Death und ner satten Portion Thrash, dass jedem Urzeit-Deather die Spucke im Mund zusammenläuft.
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