Pantheon I "The Wanderer And His Shadow"
4.9.2007
Die aus dem norwegischen Oslo stammenden Düsterherren um Ex-1349 Mitglied André Kvebek gründeten 2002 aus Liebe und Faszination zu extremer und melancholischer Musik PANTHEON I, eine Band, die Aspekte des Black, Death, Progressive und Speed Metal kombinieren, mit denen sie einen ungewöhnlichen Sound kreieren, der auch die zarten Klänge der Violine und des Cellos mit einschließt.
Mit dem Opener "Origin Of Sin" gestaltet sich der Einstieg in das Album zunächst durch den einladend höllischen Schrei ultraböse und düster, dann aber driftet der Song in eher sperrige und recht wirre Klangwelten ab, denn er überrascht durch seine plötzlichen Wendungen, sodass der Hörer sich den Zugang zu dem Album mühsam erarbeiten muss. Nachdem er schräge, ruhige Passagen wahrnimmt, wird er auf einmal wieder niedergewalzt, und die abgedrehten Twists and Turns des Songs wirken insgesamt recht krankhaft psychopathisch. Am Ende des Stücks, als psychopathisch hysterisches Lachen und ein mysteriöses Sprechen im Hintergrund erklingen, fühlt man sich verwirrt und verdreht wie nach einer Horror- Geisterbahnfahrt. Mit "The Wanderer And His Shadow" geht´s dann aber eher auf die traditionelle Black Metal Schiene, und der Song geht durch seine Eingängigkeit und melancholischer Dramatik schnell ins Ohr; für den ordentlichen Grad an Harmonie sorgt das Cello. Im folgenden "Cyanide Storm" wird dann im wahrsten Sinne des Wortes mal richtig auf die Pauke gehauen- ultra Geknüppel und eiskalte Gitarrenklänge sind hier am Werk, um entsprechend schwarze Atmosphäre zu erzeugen- der bisher temporeichste Song des Albums. Das getragene "Coming to an End" wirkt sehr schwermütig durch das Cello und überzeugt durch tragische, verträumte Melodien und viel Dramatik. Hier trifft man auf den ersten Gastbeitrag des Albums von SOLEFALD Sänger Lazare Nedland, der den cleanen Gesang des Refrains beisteuert, welcher nebenbei noch gefühlvolle Chöre enthält. Insgesamt sind hier die Kontraste zwischen clean und scream sehr gelungen und wirksam in Szene gesetzt. Im durch seinen dissonanten Charakter chaotisch-schräg anmutenden Song "Where Angels Burn" bezaubert Ex- Pantheon I- Mitglied Gunhild mit ihren Fähigkeiten auf der Geige, bevor dann wieder mit Höchstgeschwindigkeit in die Tiefen des Black Metal abgedriftet wird. Auch das düstere "My Curse" klingt mit dem Cello aus und versetzt den Hörer in eine derart ruhige Stimmung, dass man meint, dies sei das Ende des Albums. Aber weit gefehlt- das abschließende "Chaos Incarnate" mit Unterstützung von NEGATOR´s Nachtgarm hält, was es verspricht- Geknüppel, Dissonanz, Brutalität, und noch einmal ein Höchstmaß an purem Chaos, das sich dann schlagartig ins Nichts bzw. ein undefinierbares Gebrodel auflöst.
Dieses Album beinhaltet sowohl griffige wie auch getragene Melodien und brutal schnelle wie auch verträumt ruhige Passagen, alles recht eigenwillig aber dennoch wohl dosiert. Die Streichinstrumente bewirken ein hohes Maß an Eigenständigkeit und könnten sich neben der Komplexität der Stücke zum Markenzeichen der Band mausern. Die Musik wirkt zwar streckenweise etwas verstörend und vertrackt, dennoch büßt das Album dadurch nicht viel an Eingängigkeit ein. Eine intensive und gelungene Scheibe, die ein oder besser gleich zwei Ohren wert ist.
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