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Pro-Pain "Age Of Tyranny / The Tenth Crusade"

Pro-Pain - Age Of Tyranny / The Tenth Crusade - CD-Cover

12.3.2007
Die New Yorker Hardcore - Veteranen von Pro-Pain lassen, wie der Titel bereits andeutet, ihr nunmehr zehntes Studioalbum auf die Menschheit los. Angesichts der Tatsache, dass ihr umjubeltes Debüt "Foul Taste of Freedom" 1992 erschien, sie damit zusammen mit Sick Of It All und Biohazard in Deutschland den Weg des Hardcore-Booms bereiteten und zu einer führenden Größe dieses Genres wurden, seither mehr als 600.000 Alben weltweit verkauft und 2000 Gigs gespielt haben, ist die Bilanz des Entwicklungsweges dieser Band alles andere als schlecht. Offenbar liegt dem ein gewisses Erfolgskonzept zugrunde, das sich über all die Jahre bewährt hat, und das dürfte bei Pro-Pain wohl die Kompromisslosigkeit und Intensivität ihrer Musik sein - Hardcore meets Old School meets Thrash Metal.
Das führt man verständlicherweise dann auch bei "Age of Tyranny" fort. "The New Reality" walzt sich sofort unvermeidlich in die Gehörgänge und kickt ordentlich ass. Raffiniert sind hier die Tempowechsel, die den Song recht interessant gestalten. Textlich gibt`s -wie der Albumtitel bereits vermuten lässt- ordentlich Kritik an Gesellschaft und Politik, hier kotzt die Band um Sänger Gary Meskil all ihre Bemängelungen rücksichtslos aus. Zum Schluß heißt es nur noch "Fuck the system"- hooray for anarchy! Ironischerweise wird dies dann noch durch erst hier einsetzende, auffällig melodiöse Gitarrenklänge unterstützt. Ansonsten habe ich mich mit den Texten auf diesem Album nicht weiter auseinandergesetzt, doch Titel wie "All for King George" oder "Iraqnam" legen nicht nur eine bitterernste, sondern auch ironische Beschäftigung mit gesellschaftskritischen und politischen Themen nahe. So beginnt erstgenanntes überraschend Punkrock- lastig und hat insgesamt einen sehr rock´n´rolligen Charakter. Der Refrain ist mit seinem melodiös hymischen, spöttischen Chor voller Ironie und äußerst humoristisch, obendrauf gibt’s noch ein fettes Gitarrensolo. Hier liefern uns Pro-Pain einen sehr eingängigen, geil abgehenden, witzigen Partyknüller! Aber dann ist Schluß mit lustig, denn "Pigs in Clover" schlägt einem wieder voll in die Fresse- "Fuck you all" ist hier die Devise. Folgendes "Beyond the Pale" ist mit seinem treibenden Rhythmus dann fast schon wieder tanzbar, und es gibt im vergleichsweise getragenen Refrain nicht nur eine weibliche Gesangsstimme, sondern im letzten Drittel noch eine Bridge in Form eines Akkustikgitarren-Solos, bevor die elektrische wieder die Führung übernimmt. Hier liegt der mit Abstand experimentalfreudigste Song dieses Albums vor. Das war`s dann aber auch schon mit den experimentellen Ansätzen, denn ansonsten bleibt man ganz klar in seinen Grenzen und das folgende "Three Minutes Hate" hält, was es verspricht- das dürfte dank der vielen anheizenden "Hey!"`s ein Hammer-Livesong sein, treibender Rhythmus und fettes Gitarrensolo inklusive. Der Rest des Albums wirft nicht mehr sehr viel Neues auf- dem Markenzeichen der Band, nämlich extreme, kompromisslose und intensive Musik, die getrieben voranpoltert, bleibt man treu. Die Songs brechen einem das Genick, werden dann aber auch immer wieder durch Gitarrensoli um eine gewisse Melodiösität bereichert, doch das temporeiche Brettern wird stets schonungslos fortgeführt. "Company Jerk" erinnert mit dem besoffen sicherlich exzellent gröhlbaren Refrain wieder etwas mehr an Punkrock mit Endzeitcharakter, "Leveler" ist wohl der insgesamt schnellste Song des Albums- anfangs geht´s voll auf die Zwölf, dann wird etwas runtergefahren. In "Live free (or die trying)", womit das Album abschließt, wird sogar noch mal eine cleane Gesangsstimme geboten.
Ein ansprechendes Album, was trotz relativ wenig Experimentalvielfalt interessanter und vielseitiger ist, als es nach dem ersten Durchlauf den Anschein hat, und wo auch an der technischen Kompetenz nichts zu bemängeln ist- verspielt, doch mit sehr direkter und effektiver Wirkabsicht. Auch für Fans, die sich sonst nicht in Hardcoregefilden aufhalten, zu empfehlen.

Tracklist

1. The New Reality*****
2. All For King George*****
3. Pigs in Clover*
4. Beyond The Pale****
5. Three Minutes Hate**
6. Heads Will Roll***
7. Company Jerk**
8. Impeach, Indict, Imprison*
9. Leveler**
10. Iraqnam**
11. Live Free (or die trying)*
Punkte: 8,5/10 Daniela S./ V.U. Label: Raw Head Inc./ Continental
Anspieltipps: ***** CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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