Sacrifice "The Ones I Condemn"
29.1.2010
Die Kanadier von Sacrifice hatte wohl kaum noch jemand auf dem Schirm, als vor gut anderthalb Jahren der gute alte Thrash Metal wieder in der Gunst der meisten Hartklang-Freunde nach oben stieg und seitdem eine Art Renaissance erlebt. Und da kommen die Burschen aus Toronto so mir nichts dir nichts mit dem ersten Release seit 15 Jahren daherspaziert und rüpeln so authentisch und frisch drauflos, als wären sie nie weg gewesen.
Rob Urbinati hats immer noch drauf. Mit seiner außergewöhnlichen Schreie könnte er selbst "wenn ich ein Vöglein wär" in eine nach Blut und Mord schreienden Hass-Tirade verwandeln. Wenn ich drei neuere Alben altgedienter Thrash-Recken benennen müsste, die DEFINITIV in jedem Old-School-Haushalt vorhanden sein müssen, dann Testaments "The Formation of Damnation", Kreators "Hordes of Chaos" und diese Perle, "The Ones I condemn". Wer die Schnauze voll hat von mittelmäßigen Slayer-Rip-Offs, die zur Sensation des Jahres hochgejubelt werden, dem sei dieser Hassbatzen ans Herz gelegt. Das Trio Infernale Urbinati/Rico/Watts sägt mit rostfreien Riffs ganz derbe am Thron der Band mit S am Anfang, und auch Schlagwerker Gus Pynn braucht sich vor Genregrößen nicht verstecken. Zehn nagelneue Songs bietet der Longplayer, dazu noch eine coole Liveversion des Klassikers "Soldiers of Misfortune". Anspieltipps sind ganz klar "Ultimate Power Corrupts" und "The Great Wall".
Wenn nur alle Bands, die aus der Versenkung auftauchen, solche Hammerscheibchen rausbringen würden! Viel mehr gibts dazu nicht zu sagen, außer vielleicht, dass diese von der Öffentlichkeit viel zu stiefmütterlich behandelte Band hoffentlich mit "The Ones I Condemn" die Aufmerksamkeit bekommt, die ihr seit langem zusteht. So etwa seit 1987. Endgeil.
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