Sear Bliss "The arcane odyssey"
9.10.2007
Warum hab ich diese Band bisher verpasst? Diese Frage stelle ich mir beim Hören von „The arcane oddysey“ ein ums andere mal. Verbinden doch „Sear Bliss“ alles, was ein gelungenes Dark- / Black- Metal Album braucht, nämlich wuchtig groovende und rasant ballernde Riffs, mit einem kolossalen, epischen Songwriting und orchestralen Passagen. Auf ihrem nunmehr sechsten Album sollten „Sear Bliss“ den Sprung ins Plattenregal aller Freunde von Bands wie „Summoning“ oder auch „The Vision Bleak“ schaffen.
Seit 1994 setzen „Sear Bliss“ bereits auf ein musikalisches Stilmittel, welches ich in dieser Form bisher eigentlich bei keiner Band aus dem Schwarzmetallischen Bereich wahrgenommen habe. Posaunen und Trompeten untermalen den teils rasenden teils schwelgerischen Dark/Black Metal der Ungarn. Dadurch wirken die Songs auf der einen Seite episch und orchestral, aber zu keinem Zeitpunkt überfrachtet oder künstlich aufgeblasen. Eher kommt gerade der Einsatz der Bläser als einzige orchestrale Komponente recht erdig rüber und beraubt die Lieder nicht ihrer Authentizität. Gelegentlich auftauchende Keyboarduntermalung hält sich vornehm zurück und unterstreicht diesen Effekt lediglich. Klasse! Meisterhaft beschwören „Sear Bliss“ so große, erhabene Momente herauf und überzeugen durch abwechslungsreiches ausgereiftes Songwriting. Außer „Omen of Doom“, welches durch etwas belangloses Riffing heraussticht, gibt es auf „The arcane oddysey“ ausschließlich die Vollbedienung. Sänger Andras Nagy bewegt sich mit seinem eher tiefer gelegten Organ abseits des Gros der Black Metal Sänger die sonst so durch die Gegend geifern, die Gitarrenfront pumpt einen knarzigen, rauen Blutstrom durch die Kompositionen, durchwirkt mit abwechslungsreichem Drumming von Zoltan Schönberger. Insgesamt kann man die Darbietung der ungarischen Recken als stimmige Kombination aus natürlichem, erdigem Sound mit düsterem Charakter, offenkundiger Härte und subluminaler Melancholie bezeichnen. Ein besonderes Schmankerl versteckt sich dann noch am Ende des Albums. Nach zwei Minuten Leerlauf taucht mit „Path of the Motherland“ ein Bonussong auf, der mit Flöten- und Geigeneinsatz bisweilen an „Jethro Tull“ erinnert. Saucool das Ganze. Als besondere Großtat will ich abschließend noch den ultimativen Gänsehautsong auf „The arcane odyssey“ hervorheben: „Somewhere“. Mit über 7 Minuten Länge, Klavier- und Geigenbegleitung sowie einer herausragenden Gitarrenarbeit ist dieser Song ein Kandidat für die Ernennung zum Klassiker. Geilomat!
www.searbliss.hu
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