Slag In Cullet "Time To Explode"
14.1.2010
Mit „Time To Explode“ veröffentlichen die aus der Schweiz stammenden Alternative Metaller Slag In Cullet ihr lang ersehntes Debutalbum nun auch in unseren Landen. Die ambitionierte junge Band machte in der Vergangenheit bereits durch eine ganze Menge gewonnener Bandcontests und viel Lob von Seiten der Presse ordentlich von sich Reden. Schließlich erhielten sie die Gelegenheit, 2008 mit GURD-Mastermind V.O. ihren ersten Longplayer aufzunehmen und wurden daraufhin über Myspace von der englischen Plattenfirma Headroom Records entdeckt, woraufhin sie im November 2009 das Debut in ihrer Heimat veröffentlichten. Nun aber schickt sich das Trio an, auch Deutschland mit seinem druckvollen Sound zu erobern.
Die Schweizer schreiben sich Abwechslung ganz groß auf ihre Fahnen. Dementsprechend bietet das Album eine recht ordentliche Mischung aus krachenden Alternative Metal-Perlen wie das sehr dreckige „Rubber Heart“ sowie schönen emotionalen Momenten. „Sick Circus Of Love“ beispielsweise variiert zwischen balladesken Strophen und rockigen Passagen im Refrain. Und mit „My Fire“ liefern Slag In Cullet sogar eine astreine Ballade.
In manchen Momenten erinnern sie einen aber auch ein wenig an 30 Seconds To Mars. So zum Beispiel in den ersten Takten des Openers „Time To Explode“. Generell würde den Schweizern ein bisschen mehr Eigenständigkeit ganz gut zu Gesichte stehen. Stattdessen hat man regelmäßig den Eindruck, dass man die Platte bereits schon einmal in ähnlicher Ausführung gehört habe. Aber dabei kann man sich vor Augen führen, dass es sich bei vorliegender Scheibe um ein Debut handelt und man der Band durchaus die Möglichkeit einräumen solllte, sich bei ihren zukünftigen Veröffentlichungen ein wenig zu emanzipieren und einen eigenen Stil zu entwickeln.
Die optische Aufmachung ist dabei recht ordentlich gelungen, ist doch das Album als schickes Digipack erhältlich und enthält interessante Fotomontagen der Bandmitglieder im Booklet. Zwar spart man leider an den Texten und generell ist der visuelle Part ein wenig spartanisch ausgefallen, aber nichtsdestotrotz ist das Gesamtpaket doch ganz ansprechend gelungen und repräsentiert den Sound der Platte optisch ebenfalls sehr treffend.
Für Freunde von rockigem Alternative Metal ist dieses Album sicher ein gefundenes Fressen, aber alle anderen sollten sich zunächst einmal die Gelegenheit verschaffen, die Songs ein wenig anzutesten, bevor sie allzu überstürzt die Regale der Plattenläden plündern.
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