Metal CD Review

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Todtgelichter "Schemen"

Todtgelichter - Schemen - CD-Cover

27.11.2007
Todtgelichter“ aus dem hohen Norden präsentieren heuer ihr nach „Was bleibt“ zweites Full-Length-Album. Und auf diesem gibt es erfreulich unkonventionellen Black Metal mit herrlich bösartiger Atmosphäre und haufenweise genialen Ideen.

Nach dem verstörend melodischen Intro „Impuls“ geht es mit „Larva“ gleich richtig schön zur Sache. Garstige Gitarren, morbide Hooklines, gekleidet in einen Sound der den gebotenen Wahnsinn hervorragend unterstreicht und Vocals die, zwar natürlich kaum verständlich, aber gerade deshalb angenehm krank, ein überaus rohes jedoch in hohem Maße musikalisches Machwerk eröffnen. Die eingeschlagene Richtung wird dann auch konsequenterweise beibehalten, jedoch nicht ohne immer wieder höchste Anerkennung verdienende Ideen in die Songs einfließen zu lassen. Eine emotionale Talfahrt in rasendem Tempo, unterbrochen von Akustik-Teilen die in „Für immer Schweigen“ in schleppendem Tempo ausgebremst wird und den Hörer mit manischer Gewalt durch die Mangel dreht. Musik die fast körperlich wehtut, in der hier und da Schreie blanker Verzweiflung auftauchen und man sich in undurchdringlichen Nebel eingehüllt fühlt. Was „Todtgelichter“ in Liedern wie „Für immer Schweigen“ oder „Aschentraum“ zelebrieren lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Um musikalische Vergleiche zu ziehen, fallen mir „Nocte Obducta“ oder ältere „Dornenreich“ ein.

Sperrig und schwer verdaulich ist die Musik von „Todtgelichter“ auf jeden Fall. Aber nach ein, zwei Durchläufen entfaltet sich die volle Wirkung der Kompositionen, entdeckt man immer wieder Feinheiten im Klangchaos. Und das sollte gute Musik doch in jedem Genre ausmachen. Musik die man ergründen muss, die einen fesselt und in ihren Bann zieht. Und spätestens wenn „Todtgelichter“ in „Beginn des Endes“ das Eröffnungsthema leicht abgewandelt wieder aufnehmen und noch dazu herrlich melancholischen, weiblichen Gesang mit ihrer fies tönenden Wahnsinnigkeit auffahren müsste selbst der verstockteste „True“-Blackie überzeugt sein.

Tracklist

1. Impuls **
2. Larva ***
3. Segen ****
4. Blutstern ***
5. Für immer Schweigen *****
6. Aschentraum *****
7. Hammer ***
8. Beginn des Endes ****
Punkte: 9/10 Daniel/ V.U. Folter Records
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