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Transsylvanians "Fél és egész"

Transsylvanians - Fél és egész - CD-Cover

21.12.2006
„Wer oder was sind die Transsylvanians? Diese Frage ist tatsächlich leichter gefragt als beantwortet.“ Wahreres hätte man in der Presse-Information nicht schreiben können. Die fünf aus Ungarn/Russland/Deutschland mit Stammsitz in Berlin stammenden Musiker machen so ungefähr eine Mischung aus Rock, Folk, Ska, Rap und viel Gegeige. „Hungarian Speedfolk“, um die Band mal zu zitieren. Schlauer ? Ich auch nicht. Mit Metal hat das Ganze auf jeden Fall gar nichts zu tun. Muss ja auch nicht immer sein, ich wunder mich nur ein bißchen, wieso ein Magazin, dass sich auf die Reviews von aller Arten Metal und von mir aus auch Rock spezialisiert hat, auf einmal solch ein Album (Doppelalbum, um genau zu sein) geschickt bekommt.
Wie auch immer, ich werde mein Bestes versuchen, euch den Inhalt dieser CDs näher zu bringen. Schon mal von Bartók Bela gehört? 1945 starb dieser ungarische Komponist. Und dass Tiborcz András (Violine, Gesang), Nagy Isabel (Gesang, Kontrabass), Andreas Hirche (Keyboard, Organ), Henrik Maaß (Gitarre) und Thomas Leisner (Drums) Fans eben dieses Genies sein müssen, wird in den Akkorden der Band deutlich. Irgendwie stellt man sich so Ungarn vor. Ein sehr rockiges Ungarn, ja, aber die landestypischen Melodien sind dominant. Und auch wenn ein Mancher denken mag, dass E-Gitarren, Keyboards und deftiger Eintopf nicht zusammenpassen – diese Band belehrt einen eines Besseren. Ausgestattet mit Kontrabass und einer wunderschönen Stimme fordert Nagy Isabel, ebenso wie „Teufelsgeiger“ Tiborcz András zum Tanzen auf. Wie die Stimmung auf Konzerten der Band sein muss, bleibt (noch) der Fantasie überlassen. Unterkühlt wird es dort wohl eher nicht zugehen. Die Lieder werden übrigens fast durchgehend auf Ungarisch gesungen, eine Ausnahme bildet „Fire“, das siebte Lied der ersten CD, welches auf Englisch vorgetragen wird sowie „Szomorú vasárnap“, das letzte Lied der zweiten CD. Allerdings passt das Ungarische meiner Meinung nach besser in das Soundgewand der Transsylvanier, wobei „Fire“ auch so fetzt und durch seine Ska-Elemente einfach nur Spaß und Tanzen zu schreien scheint. Das letzte Lied der ersten CD, „István és Koppány“, welches in sieben Sektionen unterteilt und fast 24 Minuten lang ist, besitzt anfangs einen eher ruhigen, ein wenig balladenhaften Charakter. Nagys Stimme ist einmal mehr positiv zu erwähnen, bildet sie doch einen ruhigen, engelshaften, sehr angenehm anzuhörenen Pol in der ansonsten eher hektischen Musik der Transsylvanians. Doch das Lied ist keineswegs durchgehend in einer Stimmungslage gehalten, sondern enthält auch Kirchenlied-Elemente, Ska/Rock-Einflüsse und natürlich ungarische Weisen.
Das zweite Album ist ruhiger als das Erste, die Lieder kommen ohne den Ska/Punk-lastigen, fetzigen Sound aus, ohne langweilig zu klingen. Die etwas melancholischere Stimmung ist wunderbar von Nagys klaren Stimme, sowie von dem genial arrangierten Soundteppich eingefangen. Das siebte Lied, „Román táncok“, fällt hier mit seiner lustigen ungarischen Tanzart ein wenig aus der Reihe. Das letzte Lied „Szomorú vasárnap (2) (Gloomy Sunday)“ ist mit seinen knapp 16 Minuten wieder das längste Lied. Zu einem Drittel ungarisch, zu einem Drittel englisch und zu einem Drittel deutsch gesungen und als Fortsetzung des zweiten Liedes konzipiert, bildet es den Höhepunkt dieser Platte. Melancholisch wie so viele Lieder dieses Albums, singt Nagy herzzerreißend von traurigen Sonntagen, unterstützt von einem schicksalshaft klingenden Klavier. Nach ca. 5 Minuten ist allerdings Schluss, und das Lied an sich endet. Nach weiteren 5 Minuten setzt ein Hidden Track (?) ein, auf dem man die Musiker, ein Kind und Gott weiß wen noch reden und jammen hört.
Die Band existiert übrigens seit 1996 und hat mit Straßenmusik begonnen. Sechs Alben, wobei das Erste 1998 erschienen ist, sind bereits herausgekommen und fleißig auf Tour sind die Transsylvanians auch. Wer also mal so richtig das Tanzbein schwingen will anstatt zu headbangen, dem sei ein Konzert der fünf Alternativmusiker ans Herz gelegt. Spaß macht ihre Musik auf jeden Fall.
Einen solchen Klang gibt es wohl kein zweites Mal und diese Band kann mit Stolz von sich behaupten, etwas eigenes erschaffen zu haben. War ich am Anfang noch sehr skeptisch, so hat mich das Feuer und die Leidenschaft der Transilvannians, sowie die einzigartige musikalische Umsetzung ihrer Fähigkeiten überzeugen können. Da stört es auch nicht, dass dieses Album mit Metal so rein gar nichts zu tun hat. Hörer, die offen für verschiedene Stile und mit Leidenschaft gespielte Musik sind, sollten in „Fél és egész“ reinhören.

Tracklist

- CD 1 -
1. Három arany ***
a) Méltóság
b) Disznairól hajdanonta
c) Cilinder
2. A múlt nyáron ***
3. Tulipán ****
4. Hidegen ***
5. Buba éneke ***
6. Fél és egész ****
7. Fire ****
8. István és Koppány *****
a) Üdvöz légyen Géza fia
b) Kyrie eleison
c) Nem vagyunk még hozzád méltók
d) Nem kell olyan Isten
e) Ámen
f) Nincs más út, csak az Isten útja
g) Véres kardott hoztam
- CD 2 -
1. A csitári hegyek alatt ***
2. Szomorú vasárnap (1) ***
3. Hindu song from „Sadko“ ***
4. Füstbe ment terv ****
5. A Tisza ***
6. De csak úgy ****
7. Román táncok ***
8. Virágzik ***
9. Édesanyám ****
10. Szomorú vasárnap (2) (Gloomy Sunday) *****

V.Ö. : 12.01.2007
Punkte: 8/10 Julia K. / V.U. Anspieltipps : *****
Label : Westpark Music (www.WestparkMusic.de) CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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