Wallachia "Ceremony Of Ascension"
24.6.2009
„Gut Ding will Weile haben!“ - dieses Sprichwort kennt man wohl auch in Norwegen, denn es hat geschlagene 10 Jahre gedauert bis der Nachfolger zu „From Behind The Light“ das Licht der Welt erblickt hat.
Bereits 1992 wurde Wallachia von Lars Stavdal als Soloprojekt gegründet, um ein paar Jahre später ein Demo (1996) und eine EP namens „Wallachia“ (1997) zu veröffentlichen. 1999 erschien die erste CD „From Behind The Light“, welche mehrere Jahre später nochmal rereleased wurde.
Wirklich bekannt wurde man dadurch nicht, aber unter Kennern genossen diese 3 Veröffentlichungen durchaus einen sehr guten Ruf. Danach wurde es aber immer stiller um Wallachia und es gab Gerüchte über eine mögliche Auflösung der Band, auch wenn man eigentlich nicht wirklich von einer Band sprechen kann: Mastermind Stavdal spielt nämlich auf dem aktuellen Output alle Instrumente bis auf die Drums, die Keys und die Orchestrierung selbst ein...
Bei einer Kategorisierung der Musik trifft es wohl „atmosphärischer/epischer Black Metal“ am besten. Dieser ist aber bei weitem nicht langweilig, was unter anderem auch daran liegt, dass es Stavdal versteht seine Musik mit Death Metal-Parts oder Elementen des Pagan Metal zu verbinden. Da dieser Abwechslungsreichtum auch auf seinen Gesang zutrifft, sind bei Wallachia alle Voraussetzungen gegeben, dass man sich nicht so schnell satt hört.
Eröffnet wird die Scheibe vom Song „Self-imflicted stigmata“, welcher anfänglich recht Death Metal-mäßig aus den Boxen kommt und einen wundern lässt, weshalb das Label Twilight von „Black Metal“ spricht. Später wird das Riffing aber von einem Keyboard ergänzt und man kann im positiven Sinne durchaus sagen, dass dieser Part auch aus einem Song der „Tales from the thousand lakes“ von Amorphis hätte sein können.
Beim zweiten Song „Refusalvation“ kann man dann auch zum ersten Mal nachvollziehen, weshalb eine Einordnung von Wallachia im Black Metal wohl eher nahe liegend ist – Double Bass-Attacken, äußerst atmosphärische Melodien und die harschen Vocals (später auch Sprechgesang) lassen hier keinen Zweifel.
„Kamikaze Christians“ geht dann hingegen wieder stilistisch eher Richtung Opener und fällt im Vergleich zu den ersten beiden Tracks kaum ab.
Mit „Rival of a cursed destiny“ und „Sanctimonia XXIII“ folgt man dann aber eher wieder „schwarzen Pfaden“, wobei beide verstärkt auch Pagan-Anleihen aufweisen.
Track 6 „Genesis Enigma“ kommt anfänglich recht groovig daher, um dann aber auch kurze Zeit später wieder für Melodie und Atmosphäre zu sorgen, welche durchaus auch bei Songs von Bathory oder Mayhemic Truth zu finden sein könnten.
Die knappen 36 Minuten Spielzeit werden dann auch mit dem recht schnellen und auch längsten Song des Albums „Void Expansion“, bei dem der oben schon erwähnte gesprochene Gesang wieder zur Geltung kommt und mit dem leider recht kurzen, wohl als Outro gedachten „The wreckage of innoscence“ mehr als würdig zu Ende gebracht.
Die Produktion, welche vom Österreicher Stefan Traunmüller vorgenommen wurde, welcher sich auch für die Orchestrierung des Albums verantwortlich zeigt, lässt nur wenige Wünsche übrig. Auch das tolle Cover-Artwork und das 16-seitige Booklet der jungen Künstlerin Laura Sava tragen zum äußerst positiven Gesamteindruck bei.
Einziger Kritikpunkte ist die meiner Meinung nach etwas kurze Spielzeit. Auch wenn sich über die Qualität der 8 Songs (die mit mehrmaligen Durchlauf sogar besser werden) kaum streiten lässt, hätte es nach 10 Jahren durchaus ein wenig mehr sein dürfen...
Was bleibt abschließend zu sagen?
Ich hoffe, dass Herr Stavdal feste Bandmitglieder suchen wird bzw. findet, um auch mal auf Tour gehen zu können.
Anspieltipps sind eigentlich alle Lieder also ab auf die „To-buy-Liste“!
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