Demo Review

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Autokannibalistika "Autokannibalistika"

Autokannibalistika - Autokannibalistika - CD-Cover 4.2.2007
Autokannibalistika sind eine relativ junge Band aus dem Nürnberger Raum, die hier ihre erste Demo-CD vorstellen. Und die kann sich durchaus hören lassen. Autokannibalistika bestehen aus fünf Muckern, in der klassischen Besetzung 2 Stromgitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang. Stilistisch sind sie schwer einzuordnen. Es sind Elemente dabei, die in die Thrash-Richtung gehen, punkige Versatzstücke, melodischere Zwischenparts, und ein Rhythmus, der mich manchmal an Rage against the Machine erinnert. Die Songs sind deutsch eingesungen. Das Ganze passt aber die meiste Zeit ganz gut zusammen.
Die Band ist zur Zeit zwar noch auf der Suche nach einem Label, aber ich denke, dass sie sicher bald bei einem Indie-Label unterkommen werden. Da ist viel Potenzial da, Autokannibalistika werden sicher noch besser werden als sie es jetzt schon sind, ist doch das Durchschnittsalter der 5 Jungs gerade mal 23 Jahre.
Die Scheibe besteht aus 12 Stücken, die alle doch ziemlich abwechslungsreich sind.
In den Songs wird oft mit dem Tempo variiert, deshalb lässt sich jetzt auch nicht ein bestimmter Banger ausmachen, der besonders abgeht, oder ein Stück, das besonders melodisch wäre. Zu den schnelleren Stücken gehören aber z.B. der Opener „Jetzt=Jetzt“, „Dunkle Nacht“, „Leeres Glas“ und „Familienportrait“.
Sehr bizarr kommt vor allem (W:anz)en rüber.
Die Liedtitel machen ja schon klar, das hier keine „klassischen“ Metalthemen wie „blutige Schlachten der mächtigen Götter“, „verbotene Rituale auf dem Friedhof“, „Sex mit der Berufsschullehrerin“ oder „Motorradfahren“ verwurstet werden. Nein, die Texte sind eher für Soziologie-Studenten geeignet. Das muss ja nichts schlechtes sein, wenn man sich bei seinen Texten sozialkritisch reinhängt, aber mein Geschmack ist das nicht gerade. Dann lieber sexlüsterne Götter, die Motorräder auf Friedhöfen der unheiligen Berufsschullehrerin opfern. Aber ich schweife ab. Will sagen: finde die Lyrics nicht so berauschend, aber das sollte doch jeder selbst entscheiden. Deshalb keine Wertung des Ganzen.
Naja, die Jungs werden Kritik sicher mit Humor nehmen, den scheinen sie doch in nicht geringen Portionen zu haben, wie erklärt man sich sonst ein schönes Outro mit Namen „Das Kordon-Bleu entpuppte sich als Schnitzel“? Oder einfach mal Wörter rückwarts schreiben wie Ortni? Dazu noch eines: Liebe Band, für die nächste Scheibe: Es soll Vorteile haben, wenn man die Liedtitel lesen kann. Mit der Schrift auf dem Rücken der CD habt ihr euch übel vergriffen. Kann man echt nicht entziffern!
Genug gemeckert, insgesamt ist das Album ziemlich cool. Leute die sich für Metal mit ner Punk-Schlagseite erwärmen können, sollten die Band auf jeden Fall im Auge und im Ohr behalten.
Das einzige was mir gar nicht gefallen will, sind die melodischen Gesangsparts (z.B. bei Nicht mehr), die bringt Sänger und Haupttextwriter Matthias Bogner einfach nicht gut rüber. Da könnte man sich vielleicht jemand anders für suchen, zumindest fürs Album.
Die Parts in denen er so richtig schön heiser rumbrüllt und keift sind dafür umso besser. Insgesamt ein gutes Demo, mit Abstrichen beim melodischen Gesang und manchmal beim Schlagzeug (dürfte sich live erledigt haben, da die Band jetzt endlich einen festen Schlagzeuger gefunden hat, der auf dem Album noch nicht mitspielt). Bin mal gespannt, was von denen noch so alles kommt.

Tracklist

1. Jetzt = Jetzt***
2. Nicht mehr**
3. Willkommen in der Wirklichkeit*
4. Leeres Glas***
5. Angst
6. (W:anz)en***
7. Dunkle Nacht***
8. Ortni
9. Koma-amoK**
10. Familienportrait***
11. Das Herz und dessen Schmerz**
12. Das Kordon-Bleu entpuppte sich als Schnitzel
7,5/10 Punkte Ruupü/V.U. Label: Eigenproduktion
Anspieltipps: ******

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