Sargon "Transcriptions"
14.7.2006Ende 1999 trafen sich drei Freunde irgendwo in Barcelona und entschlossen sich, die Welt mit ihrer Musik zu beglücken. SARGON war geboren. Das Demo "The Oath Of Akkad" wurde 2001 aufgenommen, nachdem man in Oriol Nieto sowohl einen Bassisten als auch Sänger gefunden hatte. Nach dem tragischen Verlust des Gitarristen Felipe Sánchez nahm die Band nach einem erneuten Line-Up Wechsel 2002 das Demo „Mirage“ auf, welches um einiges professioneller und im Stil sicherer war als sein Vorgänger. Auch live konnten die vier Spanier schon einiges an Erfahrung sammeln, unter anderem in Deutschland und als Supportact von Epica. Ihr Debutalbum „[Transcriptions]“ produzierte Rafa Garrigós und wurde von der Plattenfirma Big Bang Music veröffentlicht, bei welcher die Band auf jeden Fall auch ihren Nachfolger herausbringen wird.
Das ruhig beginnende, sich aber im Tempo steigernde Eingangs- und gleichzeitig Titlellied „Inscriptions“ mutet orientalisch an und ist instrumental gehalten, wenn man die im Hintergrund zu hörende Frauenstimme nicht mitzählt. Weiter geht’s mit „Perfect“, wo auch Sänger Oriol Nieto, dessen Stimme zu meinem Leidwesen extremst im Power Metal Stil gehalten ist, Verwendung findet. Mich kann man damit in den Wahnsinn treiben, aber widmen wir uns nicht nur dem Gesang, sondern dem ganzen Album. Das Lied ist sehr ohrwurmlastig und die Gitarren frickeln sich ordentlich einen ab, wovon man im Intro schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen hat. Bei„In The Sand“, bestimmt das Schlagzeug gleich zu Anfang das Tempo des Liedes, und das ist alles andere als langsam. Da schlägt das Schwermetaller-Herz höher, denn wer auf Heavy Metal steht, dem dürfte es hier an nichts fehlen. Mir persönlich geht, abgesehen von dem bereits erwähnten Gesang, das Rumgefrickel langsam auf die Nerven , und ich beginne zu fürchten, das sich in dieses Album schnell Monotonie einschleichen könnte, was durch die folgenden Lieder leider bestätigt wird. In die zweite Hälfte von „In The Sand“ ist eine orientalische Einlage eingebaut, welche den Stil SARGONs zwar sehr individuell macht, jedoch zu häufig auf dem Album Verwendung findet, was zu der gerade erwähnten Monotonie nur beiträgt. „The Legend Of Sargon“ überrascht mich dann wiederum positiv, die Stimme ist sehr erträglich und die Songstruktur schleicht sich leicht ins Ohr ein. Definitiv ein Höhepunkt der Platte ! Das nächste Lied ist ruhig, instrumental und – Überraschung – sehr orientalisch gehalten. So wie man sich einen Sonnenuntergang in der Wüste nun mal vorstellt. „Gods Struggle“ dröhnt einem dann wieder die volle Power / Heavy Metal Ladung um die Ohren und bietet nichts Neues. Der balladenhafte Anstrich in „Nida“ fällt mir positiv auf , und auch der Nachfolger „Ziggurat“ kann durch seine Basar-Atmosphäre Punkte für sich verbuchen. Lied neun, zehn und elf sind eine in sich geschlossene Trilogie mit dem Überbegriff „The Curse Of Akkad“. „Enlil’s Anger“, der erste Teil, beginnt sehr ruhig mit einer Einführung Oriol’s, doch das ausgeprägte Gitarrenspiel darf natürlich auch hier nicht fehlen. Hier werden keine neuen Elemente eingeführt, SARGON frönen lieber fröhlich dem Heavy Metal. Das gleiche gilt für die nächsten beiden Teile „A Mirage In The Desert“ und „The Fall“. Tracks Nummer 12 und 13 sind Bonustracks und bieten keine neuen Lieder, sondern Versionen der Songs „Perfecto“ und „Nida“. Wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen, aber schaden tut es ja auch nicht. Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass dieses Album zwar nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen hat und leider teilweise in die Monotonie verfällt, aber durchaus professionell, und vor allem für ein Debutalbum sehr gut, produziert ist. Die Jungs beherrschen ihr Metier ohne Frage und jeder Heavy Metal Fan sollte sich diese Scheibe ohne Bedenken zulegen. Bald wird der zweite Longplayer der vier Spanier erscheinen , also sollte man sich mit der Anschaffung des ersten beeilen. Außerdem sollte man auf Livegigs in Deutschland und Umgebung hoffen, denn gewiss versprüht diese Band einen ganz eigenwilligen Charme, wozu die Bauchtänzerin Erika Llopis ihren Teil sicher beiträgt.
