Sarx "Of Natural Rage"
13.4.2006Da ich diese erstklassige und in meinen Augen heftigst unterbewertete Band ja nun in der Bandbegleitung unter meine Fittiche genommen habe, wird es nun auch höchste Zeit, Euch die Mucke der Band näherzubringen.
Hier haben wir also das erste Demoalbum der Band, welches 2000 noch mit dem – später leider bei einem Unfall verstorbenen – Leadgitarristen Christian Sonneborn fertiggestellt wurde, der auf dieser Scheibe – man kann das einfach nicht anders bezeichnen - brilliante Arbeit abgeliefert hat.
Man muß sich nur noch mal vor dem Anhören dieser Death-Metal-Killer-Scheibe in Erinnerung rufen, dass dies ein Debüt-Album ist, das zudem auch noch in Eigenregie produziert wurde. Man glaubt dies anhand der hier abgelieferten Qualität der Songs kaum, aber das ist wirklich so ...
Die Vocals sind teils gefährlich growlend, teils aber auch Richtung fauchig kreischend, was perfekte Kontraste abgibt. Die Soli, die hier dargeboten werden, treiben mir die Freudentränen in die Augen ... Das Einzigartige an der Musik von Sarx ist, wie die Jungs es schaffen, solch brutale Härte zu paaren mit derart geilen Gitarrenparts. Und das Zusammenspiel der gesamten Band passt einfach ...
Okay, gehen wir ins Detail ...
Die Scheibe startet mit „O.N.E.“: Der Eingangsgrowl macht schon von Beginn an klar, dass hier Death Metal erster Güteklasse zum Besten gegeben wird. Auch beim Anziehen der Temposchraube wird das hohe Niveau gehalten. Erst recht bei den schnellen Instrumentalparts zeigen alle Bandmitglieder, dass sie mit voller Motivation dabei sind. Ist doch klar, dass sich die Motivation auch auf das spielerische Können niederschlägt.
Ein Opener, der schon so in etwa erkennen läßt, wohin der Weg auf dieser Demo führen wird.
„Harvest Insane“ ist ein solch intensiver Song, der sowohl in den schnellen als auch in den etwas langsameren Parts auf voller Länge zu überzeugen weiß. Josts Growling kommt wieder mal extrem professionell rüber und die Screams als Kontrast sind einfach super.
„No Better Seasons“ startet dann auch wieder rifflastig und mit markigen Growls und gefährlich klingenden Screams und bewegt sich zunächst eher im Midtempobereich. Unvergeßlich sind für mich hier auch wieder die Gitarreneinsätze. Gegen dieses Solo ab 03:17 sieht so mancher Powermetalgitarrist mächtig alt aus, einfach einzigartig...
Auf dem Fuße folgt „Hymn Of The Worm“, eine wahre Death Metal-Hymne mit ultraschnellen Parts, die sich gekonnt mit Midtempoparts abwechseln. Eine wahre Hymne! Auch deshalb wieder, weil das Solo ab 03:52 wieder mal weltklassemäßig geil ist !!!
„Multiple Personality“ beginnt dann auch gleich mal mit einem Riffmonster, bei dem Zartbesaiteten Angst und Bange werden kann. Dann wird die Temposchraube angezogen und Jost´s Growlen bahnt sich seinen Weg in die Ohrmuschel. Auch bei dem Solo in diesem Song zeigt sich wieder die ganze Klasse Christians – absolut geil!
Dann folgt der Titelsong „...Of Natural Rage”, der schon von Beginn an mit voller Power loslegt und in seinem Verlauf eine leicht düster angehauchte Stimmung aufkommen lässt. Herausragend ist auch hier wieder das Gitarrensolo, welches dem Song auch wieder seine ganz besondere Note verleiht. Bei 4:37 ist dann aber auch Schluß mit dem Solo, denn dann wird wieder weiter gewirbelt mit growlender und auch schreiender Stimme.
Ein echt würdiger Titelsong.
„Funeral Bitch“ folgt auf dem Fuße. Auch hier wieder Growling und Screaming sozusagen im Duett- einfach klasse!
Als letzter Song dieses Demos fungiert „Healer“. Ein flottes Stück Death Metal zum Abschluß, das Lust auf mehr macht ... Die Jungs zeigen allesamt, dass sie ihr Handwerk verstehen ... einfach unbeschreiblich, das müsst Ihr selbst gehört haben ...
Anspruch wird hier bei Sarx zu Genüge geboten. Die Band weiß ganz genau, worauf es ankommt: die Songs müssen so aufgebaut werden, dass Variabilität ins Spiel kommt. Und das, was Sarx aus ihrer Musik machen, ist mir im Death Metal bislang noch nicht untergekommen.
Mein Fazit: schon dieses Erstlingswerk zeigt, welches Potential in dieser Band steckt. Man darf sich schon auf die Nachfolgewerke freuen ...
Muß man unbedingt kennen, wenn man leicht trashlastigen Death Metal nicht nur mit Knüppelorgien und Hau-Drauf-Gekloppe verbindet, sondern auch Wert auf Anspruch legt.
