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Chuan Tzu "Metachaos"

Chuan Tzu - Metachaos - CD-Cover 10.5.2009
Hier sitze ich also, um mal wieder ein Debütalbum zu rezensieren. Hier bei Visions Underground tun wir das mit ebensoviel (oder sogar noch mehr) Elan wie bei bekannten "Marken" aus der metallischen Parallelgesellschaft. Diesmal darf ich mir den Elf-Lieder-Scheibling von Chuan Tzu zu Gemüte führen. Merkwürdiger Name. Ist es der Name einer Stadt? Oder der Name eines Mortal Kombat-Charakters? Weit gefehlt. Der ungebildete Visions-Underground-Schreiberling findet, Wikipedia sei Dank, relativ flott heraus, dass es sich hierbei um einen chinesischen Philosophen handelt. Einen ziemlich wichtigen sogar. Wer sich dafür interessiert, kanns gerne auch mal googeln.
Au wei, schlimmste Befürchtungen kommen hoch: werde ich gleich von pseudo-intellektuellen Texten mit schlechter instrumentaler Untermalung zu einem vernichtenden Urteil gezwungen? CD rein, und laut gedreht. Nee, so schlimm isses nich. Es gefällt mir sogar ganz gut, muss ich sagen. Nach dem schrägen Intro legen die Frankfurter/Berliner Jungs ganz ordentlich los mit "Entitled": neo-thrashig, cooles und abwechslungsreiches Drumming gepaart mit Machine-Head artigen Vocals. Nett. Dieser Marschrichtung folgt man im Prinzip über das ganze Album hinweg, die Vorbilder sind hier meiner Meinung nach schon deutlich rauszuhören.
Auch die Gitarrenarbeit geht für ein Debütalbum vollkommen in Ordnung, super-frickelige Solos sollte man aber nicht erwarten. Mit "Empty" ist auch ein Stück vertreten, dass gänzlich auf verzerrte Gitarren verzichtet und auf der Basis Piano plus Gesang funktioniert. Schönes Stück Musik. Obwohl der Song zu gefallen weiß, wäre es mir doch lieber, Sänger Markus Krutzik würde sich aufs Shouten konzentrieren, am Ende von "Devastate" offenbaren sich da doch recht deutlich die stimmlichen Limitierungen im Cleangesang. Oder er soll einfach nix singen, was er nicht zu 100% sauber rüberbringen kann. Ansonsten klingts nämlich wie hier, etwas wackelig.
Die Lyrics sind für mich - ähm - nicht so offenkundig zu durchschauen; keine Sword & Axe Lyrics, damit ja wohl auch keiner gerechnet, oder?
Mag sein dass mir alles klar würde, wäre ich mit der Philosophie des Namenspatens der Band vertraut. So kann ich nur hoffen, das es sich nicht um irgendwelche Grütze handelt sondern irgendeinen tieferen Sinn verfolgt (der mir verschlossen bleibt).
The final judgement: Ein ordentliches Debüt einer Band, die das Potenzial hat, die noch vorhandenen Schwächen in Sachen Technik auszumerzen und so zu den Vorbildern aufzuschliessen. Für den Anfang ganz gut.

Tracklist

1. Prologue
2. Entitled
3. Deathened
4. Here. Before.
5. Tautology
6. Fourst
7. Empty
8. -istoid
9. Deva-State
10. Aside
11. Metachaos
7/10 Punkte Ruupü/V.U. Label: Unsigned
Anspieltipps: *****

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