Demo Review

V.U.-Site durchsuchen

Darkshine "Ten"

Darkshine - Ten - CD-Cover 4.11.2007
Die Franzosen Darkshine knattern seit nunmehr 10 Jahren durch den Untergrund und finden, das sollte gefeiert werden. Und zwar mit einer Eigenproduktion, die zwei neue Stücke, und 6 ältere Kompositionen beinhaltet. Darunter vier Songs vom 2004 erschienenen Werk „Stigma Diaboli“ und vom 2000er Album „Lupus infernorum“. Einigen dürfte schon aufgefallen sein, dass Frankreich schon lange ein Garant für anspruchsvollen Extrem-Metal ist. So verhält es sich bei „Darkshine“ auch nicht anders. Da die Tracks chronologisch absteigend angeordnet sind, arbeiten wir uns doch mal von unten nach oben, um die Entwicklung der Band zu verfolgen.

Beginnen wir also mit den Songs von „Lupus infernorum“.
„Vseslav“ und „Nocturnal sun of wolves“ kommen recht traditionell daher. Schwarzmetall der klassischen Sorte, inklusive sirrenden Gitarren und (trotz remastering) untergrundigem Gesamtsound. Trotzdem gehen „Darkshine“ hier schon nicht banal oder einfallslos zu Werke. Die Stücke sind sauber gespielt, und abwechslungsreich gestaltet. Da tauchen recht klassische Soli auf, Tempiwechsel und akustische Parts zwischen doomigen Anleihen und purer Raserei. Einen Schritt weiter sind „Darkshine“ dann anno 2004 auf:

„Stigma Diaboli“
Nach dem kurzen epischen Intro „We invoke“ zeigen die Franzosen eine deutlich Entwicklung hin zu Black-Metal mit merklich mehr Deathmetal-Anteilen. Der Gesang begibt sich in tiefere Regionen und die Gitarren speien vernehmlich höhere Anteile an Melodien in den ansonsten noch Aggressiven Stilmix. „En la Cruz“ ist noch am ehesten dem reinen Blackmetal zuzuordnen. Rasend schnell und Eiseskälte versprühend gerät er zu einem echten Schmankerl für Fans dunkelster Klangkunst. „Ancestral belief“ kommt gänzlich ohne Gesang daher und erzeugt dennoch eine erwünscht düstere Atmosphäre. Das gedrosselte Tempo und der eingespielte Schlachtenlärm lassen Paganmetal-Feeling aufkommen.

Angekommen im Hier und Heute präsentieren sich Darkshine schließlich endgültig gereift und fahren ein enormes Songwriterisches und technisches Können auf.
Die neuen Tracks: „A whore for God“ und „Never exorcise me“ wirbeln Elemente aus Black- und Death-Metal gekonnt durcheinander und werfen immer wieder doomige und getragene Parts ein. Im Prinzip haben „Darkshine“ eine recht logische Vorgehensweise. Sie greifen die oben bereits erwähnten und etablierten Stilmittel auf, und verfeinern sie immer weiter, ohne die ursprüngliche Aggressivität zu verlieren. Leider sind die beiden neuen Stücke weniger abwechslungsreich als noch auf „Stigma Diaboli“ wo deutlich mehr zwischen den einzelnen Stücken variiert wird. Aber wenn diesen Variationen mehr in den neuen Sound einfließen, kommt großes auf uns zu. Wird ja nach zehn Jahren auch mal Zeit, und ich freu mich auf ein kommendes komplettes Album von „Darkshine“.

Tracklist

1. Awhore for God ***
2. Never exorcise me ***
3. We invoke
4. Sanguis Christi ***
5. En la Cruz ****
6. Ancestral belief ***
7. Vseslav ***
8. Nocturnal sun of wolves **
8,5/10 Punkte Daniel/ V.U. Eigenproduktion
Anspieltipps: *****

zur Demo-Corner »»
© Visions Underground Heavy Metal Magazin, webdesign by Grit Laskowski