Paria Voce "Yearn For Distance"
4.2.2007Wegen der großen Anzahl von Promo CD´s die wir zu bewerten haben, nehme ich hin und wieder schon mal eine CD mit ins Auto, um mir einen ersten Höreindruck zu verschaffen auf meinem Weg zur Arbeit.....
Im Falle von Paria Voce wäre mir dies fast zum Verhängnis geworden...
Besonders viel müsste man im Falle von Paria Voce eigentlich nicht schreiben. Die Band hat sich durch einige Live Auftritte wohl schon eine kleine Fangemeinde erschaffen , diese wohl am ehesten dem Freundeskreis der Band zuzuordnen ist. Paria Voce versuchen viel und schaffen wenig !! „Sänger“ Muckel bedankt sich im Booklet sogar noch bei seiner Gesangslehrerin, nur leider hat er sich dafür den falschen Zeitpunkt ausgesucht....seinen „Gesangeskünsten“ nach zu urteilen, hat er sich wohl schon nach der 1. Gesangsstunde bedankt, anstatt einen gewissen Zeitraum abzuwarten. Vor allem seine cleanen Vocals kommt doch sehr eintönig und gelangweilt aus den Boxen gekrochen, ohne jegliche Ausdrucksstärke und jede automatische Einblendung des Verkehrsfunks erfreute mich zusehends, da das weitaus interessanter klang als Mr. Muckel in „Bestform“..... Er nervt total mit seinem Möchtegern Nu Metal Gesang, trifft kaum einen Ton und als sei dies nicht schon schlimm genug, versucht er weiterhin Death Metal Growls und derbstes Black Metal Gekreische in diesen mit einzubringen nur beherrscht er weder das eine noch das andere. Jeder Death / Black Metaller kriegt das Grausen, wenn er diese Vocals hört, die künstlich & aufgesetzt klingen und mit BM/DM so viel gemeinsam haben wie ich mit Madonna.....aber die kann wenigstens singen..... Die äußerst kläglichen Versuche, auch nur halbwegs melodiös und vor allem mit Gefühl zu singen scheitern wirklich in jedem einzelnen Song von „Yearn For Distance“ und verpassen der ansonsten recht passabel wirkenden Musik einen negativen Stempel, was sehr schade ist.......Wenn man einen Ton über eine gewisse Zeit halten kann, ist das noch lange kein Indiz dafür, dass man gut singen kann und irgendwelche Plazierungen auf Talentwettbewerben sind gewiss kein Maßstab um die Qualität einer Band detailgetreu zu beurteilen.
Um dem guten Mr. Muckel aber nicht zu nahe zu treten und um ihn etwas in Schutz zu nehmen, denke ich trotzdem, dass die Band ihre tatsächliche musikalische Orientierung noch nicht gefunden hat und es für ihn auch wahrlich nicht leicht ist, eine klare Linie zu finden. Dennoch muss er stark an der Verbesserung seines Gesanges arbeiten, denn die von der Band eingeschlagene Musikrichtung „Alternative Metal“ hat uns vor ihm schon 1000 andere talentiertere Sänger präsentiert und das Zeug mehr aus seinen Vocals zu machen, hat er durchaus. Der Rest der Band harmoniert recht gut miteinander, vor allem Schlagzeuger Andre erzeugt mit seinen double – bass Einlagen mächtig Druck und ist in Kombination mit der Gitarrenwand das belebende Merkmal in den Songs von Paria Voce. Wenn man an der ein oder anderen Stelle im Laufe der Zeit noch eine klarere Struktur erkennen lässt, was das Songwriting angeht und die damit verbundene Hektik aus den Songs nimmt, dann dürfte Paria Voce Tür & Tor offen stehen, denn das Potenzial der Jungs ist durchaus erkennbar und auch die Mühe die man sich bei der Aufmachung der CD gegeben hat, zeigt auf dass die Musiker voll hinter dem stehen was sie machen. Mit dieser lobenswerten Einstellung und einem 2. Gitarristen wird es was! Jungs, dran bleiben und in aller Ruhe Songs schreiben und bitte Mr. Muckel für ein halbes Jahr im Proberaum einschließen und das beste hoffen.... “Yearn For Distance“ ist wirklich nur was für Insider - Fans aus dem Umfeld der Band und reißt sonst niemanden vom Hocker. Ich vergebe 5,5 Punkte für die Mühe, die sich die Jungs gemacht haben und bin mir sicher das sich Paria Voce zukünftig steigern werden !!
