Pearls Before The Swine "Bury It Deep"
30.1.2008Herrlich frisch und unverbraucht klingt dieses Demo der vierköpfigen Stoner -Grunge-Metalband, wie sich selbst bezeichnen. Wer einmal genug vom Gegrunze, von satanischen Formeln und wetteifernden Gitarren im 128tel-Takt hat, der findet sicherlich akustisches Asyl bei den vier Münsteranern. Pearls before Swine beginnen ihr Album “It Deep” mit lässigem, melodiösem Gitarrenspiel, die Komposition erinnert stellenweise fast schon an klassische Tonfolgen und Akkorde, was vielversprechend klingt. Das erste Stück “Of Rope And Wood” mutet verspielt, aber nicht unkontrolliert, schwelgerisch, aber nicht kitschig, verträumt, aber nicht schleppend an. Nach einem sich stetig steigernden, spannender werdenden, rein instrumentalen Einstieg paart sich in “Reminder” der belebende Klang der melodischen Gitarren mit Frontmann Timms herrlich tiefem, klaren Gesang, der an To/Die/For zu Zeiten von “Epilogue” und “Jaded” erinnert. Auch ziehen die Jungs hier allmählich das Tempo an und geben auch den Drums mehr Entfaltungsmöglichkeit. Auffällig ist hier neben den exakt determinierten und aufeinander abgestimmten Songphasen die spannungsgeladenen Halbtonschritte, die den Gesang in diesem Stück auszeichnen. Auch der Nachfolgesong One Track Mind steht den vorherigen Stücken in nichts nach. Hier zeigen die beiden Gitarristen Timm und Jan-Peter auch einmal richtig, was sie drauf haben! Erstmals warten diese mit vertrackten Soli und metallisch anmutenden Riffs auf, die eine ganze Bandbreite an Genreeinflüssen verraten. Auch sticht hier wieder der unvergleichliche Gesang hervor, der über die verschiedensten Lagen von hoch bis sehr tief reicht.
Auch der nachfolgende Song zeichnet sich wieder durch eingängige Melodien aus, wobei bei dieser Band auffällt, dass die sehr sorgfältig durchdachten und genau platzierten Strophen, Bridges und Refrains leicht verständliches Englisch aufweisen, deutlich artikuliert und mehrfach wiederholt werden, was den Hörer innerlich förmlich zum mitsingen zwingt. “Pearls Before Swine” spielen dem Hörer wahrlich eine Party im Ohr mit ihren eingängigen Melodien, dem abwechslungsreichen Gitarrenspiel und dem charakteristischen Gesang sowie den sowohl in Quantität als auch Qualität durchaus bereichernden und niemals deplatzierten synthetischen Effekten und den sorgsam überlegten Songstrukturen, die sich stets zu einem glatten Spannungsbogen zusammenfügen. Diese vier selbstbewusst wirkenden Herren sind zu beglückwünschen für ihr Potential und ihre Begeisterungsfähigkeit. Hoffentlich wird man noch viel von den Talenten hören!
