Reprisal Scars "Dead End Road"
5.2.2008Oha, da bahnt sich eine Komposition herbei, die es vermag Eigenständig und interessant zu klingen. So setzen die Finnen Reprisal Scars mit ihrem neuen Melodic-Death Metal Silberling “Dead End Road” alle Maßstäbe, die dem Hörer eine Zeitlang im Gehörgang festsitzen werden. Schon alleine das Cover versprüht geheimnissvolle Endteckungen und Enthüllungen. Auf dem Bild wird eine lang gezogene Straße, mit zwei toten Kindern und nichts als Sand dargestellt. Dieses Bild ist einersteits kein angenehmer Anblick, anderseits wirkt es auf einen als wäre dies erst der Anfang und der Schluss würde in diesen vier gebotenen Songs vollendet werden, was dieses so fesselnt macht. Wer nebenbei auch auf gruselhafte Horrorfilme wie z. B. THE RING steht, ist hier bei der richtigen Adresse gelandet. Auch wenn man nur den Schriftzug betrachtet, enthält er Besonderheiten, die eine gewisse Erwartungshaltung weckt. So zocken sie nun ihre Stücke recht gefällig, auf hoher professioneller Spielweise und natürlich mit einem fetten Sound los. Der gleich zu Beginn mit einer erheblichen Power aus den Boxen dröhnt. Die Band hat sich wohl ein eigenes Gesicht erschafft, auch der gewisse letzte Tick ist da, was vor der Zeit zu ihrer EP "Done is Done" noch nicht der Fall war. Dicker Pluspunkt bei der dritten EP ist, dass nicht alles wie plötzliche Imitatoren wirken und in anderen Passagen andere abgedroschene Stellen eingebaut werden, was bei den Vorgängern der Fall war und deshalb auch zu erdrückend klang. Die Gitarrenwand bildet den Grundstein für die Tracks, die sich maßgeblich in den Songs entfalten und zumal mit melodischen Facetten eine Bereicherung der sehr durchdachten Songstruktur ist. Der Grunskreisch-Gesang darf von Teemu Kupari auf keinen Fall fehlen, denn er gehört zur treibende Kraft die er mit seiner Stimme in Vordergrund stellt. Man möge sogar behaupten, dass er durch sein Geschrei die Toten erweckt, so brachial ist dies in Worte zu fassen. Das klischeereiche Drumming bietet mit abwechslungsreichen Beats unterhaltsame Minuten für eine ausgewogene Kopfschüttel Aktion. Zu viel sollte aber nicht sein, da man sich sonst den nächsten Abotheker aufsuchen kann um nach einer Kopfschmerz Tablette zu fragen.
Selbst für nicht alles Käufer ist der Erwerb dieser Platte zu empfehlen. Wer die Hammerscheibe will, sollte Sie sich schnellstmöglich bei der HP von der Band sichern, denn das dürfte wohl schnell vergriffen sein. Anhängern von Norther oder Dark Tranquility sollten den Finnen ein Ohr leihen und sich von den vielen Kreationen dieser Band ein Bild machen. Eine Frage die dennoch offen bleibt, ist, ob sie mit diesem Werk einen Deal ergattern können.
