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Diablo - Interview Dani / V.U. und Marko Utrainen / Diablo

Hoffentlich werden wir nicht mehr zu lange warten müssen, bis Diablo Europa mit ihrer brillianten Musik in Flammen setzen werden. Ich bekam die Möglichkeit, mit dem Leadgitarristen der Band Marko Utrainen kurz vor Beginn ihres Gigs in Oulu zu sprechen. Er war sehr gut gelaunt und so sprachen wir über deren Musik, das Touren sowie Vergangenheit und Zukunft ... lest alles in den Zeilen, die unten folgen ...


Diablo Interview Foto 1


V.U.: Hey Marko! Als erstes muß ich Dir zu Eurem Hammeralbum Mimic47 gratulieren! Es war ja schon ziemlich erfolgreich, aber bislang nur in Finnland.

Marko: Oh, yeah, Vielen Dank! Es ist großartig, daß das Album direkt auf Platz 1 der Alben-Charts einschlug.

V.U.: Habt Ihr mit solch einem Erfolg gerechnet oder seid Ihr davon überrascht worden?

Marko: Ich denke, wir hatten schon die Erwartungshaltung, daß das Album es bis nach ganz oben schaffen würde, aber die Tatsache, daß es auf Platz 1 landete, das war schon ein bißchen überraschend.

V.U.: Ja, schon als ich “Eternium” hörte, dachte ich schon :“wow” , wenn die Musik auf dem Nachfolger-Album in dieselbe Richtung gehen wird, wird es so richtig erfolgreich werden. Ich hoffte, daß Mimic47 genauso ein erfolgreiches Album werden würde, denn die Musik traf mich tief im Innern, denn die Songs sind einfach nur großartig ...

Marko: Yeah, yeah, okay ... Jedesmal, wenn wir hier in Finnland etwas veröffentlicht haben, wurde es von mal zu mal besser angenommen. Ich meine, unser zweites Album “Renaissance” ist auf Platz 14 gelandet und, yeah, das direkt nach Veröffentlichung, und dann, als wir “Eternium” rausbrachten, schlug dieses Album sofort auf Platz 3 ein. Jetzt haben wir also als Ziel, die Pole Position einzunehmen.

V.U.: Wenn man Euch vergleicht mit Bands wie Metallica, Pantera oder Machine Head: Seid Ihr es leid, mit diesen Bands verglichen zu werden oder was denkt Ihr darüber, denn meiner Meinung nach habt Ihr längst Euren eigenen Stil und Weg gefunden?

Marko: Also, ich denke, man muß immer mit irgendetwas verglichen werden, denn sonst wissen die Leute nicht, worum es bei einem geht. Deshalb denke ich ... ja, es ist gut so, aber wir kombinieren verschiedenen Stile des Metal-Genres. Wenn man uns mit nur einer Band vergleichen würde, das wäre nicht gut. Ich denke, wir verfolgen beim Musikmachen immer das Ziel, aufgeschlossen zu sein, so daß wir verschiedene Elemente in unsere Stücke mit einfließen lassen können. Ich weiß nicht ... es fragten uns schon Leute, welchem Metal-Genre wir angehören. Ich weiß nicht, wir komponieren unsere Stücke aus vielen Sparten des Metal.

V.U.: Was das Touren in Deutschland angeht: Wurdet Ihr schon von Fans “bedroht”, weil Ihr hier noch nicht gespielt habt? Ich habe von einigen Gerüchten gehört, die besagen, daß Ihr eventuell mit einigen anderen Bands Eures Labels Drakkar hier in Deutschland auf Tour gehen werdet. Sind das bloß Gerüchte oder kannst Du mir dazu schon etwas sagen?

Marko: ( lacht ) Well, das ist echt das erste Mal, daß ich davon höre. Wir wurden darüber nicht informiert ... wenigstens bis jetzt noch nicht. Ich denke, wenn da in naher Zukunft etwas geplant ist, werden wir darüber informiert. Ich meine, natürlich werden wir versuchen, nach Deutschland zu kommen und auch in andere Länder Europas, denn wir wollten schon viel früher in diesen Ländern touren. Aber da gab es einige Gründe, die es uns unmöglich machten, das durchzuziehen.

V.U.: Was waren das für Gründe?

Marko: Ich weiß die Gründe wirklich nicht. Es gab einige Gerüchte, ich glaub, es war letztes Jahr, dass wir letzten Sommer auf dem Wacken Festival spielen sollten, aber ich weiß nicht, was passierte. Wir spielten nicht, so...

V.U.: Yeah, leider nicht, denn ich war da ...

Diablo Interview Foto 2

Marko: (lacht)

V.U.: Dann laß uns mal die Anfänge von Diablo anschauen.

Marko: Okay ...

V.U.: Euch gibt es mehr oder weniger seit 1987. Stimmt das?

Marko: Yeah, das ist richtig. Als wir die Band gründeten, lebte ich in einer kleinen Stadt in Nord-Finnland namens Kalajoki, auch Rainer war dort zuhause. Es war wirklich eine kleine Stadt ... und so kam eins zum anderen, daß wir in derselben Band begannen, zu spielen. Am Anfang spielte mein Bruder die Drums und Rainer´s Bruder war am Bass. Als Rainer dann aber nach Tampere zog und ich nach Helsinki, mußten wir die Band ad acta legen. Dann, nach einem Jahr begannen wir doch wieder, zusammen zu spielen, denn wir fanden in unseren neuen Heimatstädten keine passenden Bandmitglieder. Und da wir uns ja schon von Anfang an sehr gut kannten, war es absolut normal, daß wir dann wieder zusammen spielten.

V.U.: Ich habe gelesen, daß Du nicht gern den Namen der Band Eurer ersten Anfänge verrätst. Schämst Du Dich Deiner Wurzeln?

Marko: Nein, ich schäme mich nicht deshalb. Ich kann Dir auch den Namen der Band nennen, und zwar hießen wir da Armatage. Wir spielten eine Kombination aus ziemlich schnellem Thrash Metal wie z.B. Testament oder Sepultura . Wie Du von den Diablo-Alben hören kannst, spielen wir nichts mehr, was in Richtung schneller Thrash Metal geht.

V.U.: Wie ich schon festgestellt habe, ja ...
Dann erzähl mir doch bitte etwas über die Zeit, als Ihr Diablo Brothers hießt. Bitte vergiß nicht die Demos Twizted Harmony, Agressive Machinery und To Where Pain Is. Leider ist es ja für Eure Fans heutzutage unmöglich, sich diese Mucke anzuhören.


Marko: Ah, yeah, das Demotape hab ich zusammen mit Rainer fertiggestellt. Damals waren wir ja nur zu zweit. Wir hatten eine Drummachine, um die Drumparts einzuspielen. Es war eher ein Projekt als sonst etwas und zu der Zeit nannten wir uns Diablo Brothers. Und dann fanden wir in Timo Kemppainen unseren Drummer und Aadolf nahm den Platz an der Bassgitarre ein. Mit diesem Set-Up spielten wir die nächsten zwei Demos ein: Agressive Machinery und ... äh ...wie hieß das andere noch gleich ...

V.U.: Ähm, To Where ..

Marko: To Where Pain Is, yeah... Das waren die zwei Demotapes. Ich denke, Du wirst nicht mehr in der Lage dazu sein, ein Exemplar davon zu ergattern oder etwas davon zu hören, denn das waren nur Kassettendemos.
Diese Demos wurden in demselben Studio in Tampere aufgenommen, in dem wir außerdem all unsere Veröffentlichungen fertiggestellt haben. Wir begannen mit der Zusammenarbeit mit diesem Studio schon in den späten 90ern. Allerdings konnten wir zu dieser Zeit keinen Deal kriegen und daher beleuchteten wir unsere Musik von einem kritischen Standpunkt aus. Wir mußten alles weglassen, was für die Songs nicht wichtig war. Also mussten die Synthysounds dran glauben. Im Anschluß nahmen wir „The Princess” auf. Dies war unsere Promosingle, mit der wir dann einen Deal bei Poko Records landen konnten.

V.U.:Was haltet Ihr davon, jetzt noch einmal das alte Material für Eure Fans aufzunehmen, damit Eure Fans weltweit auch mit der Mucke Eurer Anfänge in Kontakt kommen?

Marko: Ich denke, wir lassen das besser auf sich beruhen, denn zu dieser Zeit war das Songwriting übelst, also verbuchen wir das besser unter History ...

Diablo Interview Foto 3

V.U.: Okay, dann frage ich auch nicht weiter ...

Marko: Übrigens, es gibt sogar einen Song von dem Agressive Machinery-Demo auf einer Compilation, die von Black Mark, einem schwedischen Label, veröffentlicht wurde. Ich weiß nicht, ob dieses Label noch existiert, aber einer unserer Songs war wirklich auf einer Compilation-CD. Aber ich glaube, dieses Label war nicht sehr interessiert, uns einen Deal anzubieten, also mussten wir uns noch mehr reinhängen, bevor wir einen Deal bekamen.
Wenn Du also die Möglichkeit bekommst, an eine von diesen Compilation-CD´s ranzukommen, dann kannst Du Dir auch anhören, was für Mucke wir damals gespielt haben.

V.U.: Gut, dann werde ich mich mal auf die Suche machen ...
Lass uns mal auf Eure aktuelleren Releases zu sprechen kommen: Wie kamt Ihr auf die Idee, Abba´s “Dancing Queen“ so großartig zu covern? Ich finde dieses Cover absolut klasse ...


Marko: Als ich 9 oder 10 war, hörte ich gerne ABBA ... bevor ich begann, Metal zu hören, mochte ich ABBA. Deren Musik ist so total unterschiedlich von Metal. Ich weiß nicht mehr genau, wie uns die Idee kam, aber wir saßen zusammen mit Rainer und diskutierten darüber, daß wir eine Coverversion eines Songs machen wollten. Wir entschieden uns, dass der Song aus einer ganz anderen Richtung als Metal kommen musste, denn ich denke, daß es nichts Großartiges ist, irgendeinen Metalsong zu covern. Es ist super schwierig, etwas Neues in einen Song zu bringen, wenn dieser schon aus dem Metal-Bereich kommt. So entschieden wir uns, etwas ganz anderes zu nehmen und dann hatte ich ABBA´s “Dancing Queen“ im Kopf ...

V.U.: Da hätte ich vielleicht eine großartige Idee für Euch: Kennst Du Scott McKenzie´s Song “San Francisco”?

Marko: Oh ... nein, den kennen ich nicht ...

V.U.: Das ist ein Song aus der Woodstock-Ära. Ich könnte mir vorstellen, daß, wenn Ihr diesen Song in Eurem genialen Stil covert, dann könnte das ein echter Knaller werden.

Marko: (lacht ) Okay, dann werde ich diesen Song mal suchen ...

V.U.: In Eurem Album Renaissance habt Ihr einen Versuch mit Crossover im Song „Intomesee”. Meiner Meinung nach ist dies Euer schlechtester Song. Seid Ihr immer noch glücklich damit, diesen Song geschrieben zu haben oder sagst Du jetzt: okay, das ist Teil unserer Geschichte und laß es damit gut sein ?

Marko: Yeah, Ich denke, es war eine verrückte Idee, ( lacht ) Rap dort mit einfließen zu lassen, aber ... well ... yeah, Ich denke, wir belassen es damit ... ich denke, der Song an sich war nicht verkehrt, aber ... okay ... das mit dem Rap ist nicht wirklich unser Stil ... also belassen wir´s dabei.

V.U.: Dann machen wir in der Gegenwart weiter: Jetzt habt ihr ja einen Deal bei Drakkar. Wie kam es zu diesem Deal: Wart Ihr auf der Suche nach einem neuen Label oder kam Drakkar auf Euch zu?

Marko: Nach der VÖ von “Eternium” waren wir mit verschiedenen Labels in Kontakt. Dabei waren z.B. Nuclear Blast und einige andere große Labels. Aber Drakkar bat uns die besten Konditionen.

V.U.: Eine Sache bezüglich Mimic47: als ich das erste Mal dieses Album hörte, nahm es mir regelrecht den Atem. Ich habe niemals zuvor so powervolle und zugleich melodische Mucke gehört.
Wie habt Ihr es geschafft, solch einzigartige und unvergeßliche Stücke zu erschaffen – speziell Du mit Deinem Gitarrenspiel, welches absolut unverkennbar Deinen Stempel trägt?


Marko: Ehrlich gesagt höre ich nicht viel Musik. Oft sitze ich da und mache meine eigene Musik. Wenn ich dann da sitze, kommen mir auch die meisten neuen Ideen. Da habe ich dann genug Zeit, neue Songs zu komponieren. Nach der Veröffentlichung von „Eternium” spielten wir viele Gigs in Finnland, aber es war leider nicht möglich, die Tour auf Europa auszuweiten. So hatten wir dann über ein Jahr Zeit, neue Songs zu schreiben. Wir konzentrierten uns auf die Dynamik unserer Songs und auch auf darauf, das cleane Singen zu perfektionieren.

V.U.: Der Titelsong „Mimic47” handelt von einem finnischen Skisportler, der in eine Dopingaffäre verwickelt war. Das hat Euch so aufgeregt, dass Ihr darüber sogar einen Song geschrieben habt. Aber was denkst Du über das österreichische Olympia-Team, in dem nahezu jeder in Doping verwickelt war?

Marko: Ich glaube nicht, daß es viele Sportler gibt, die ohne sich zu dopen irgendwo antreten, was eine wirklich üble Sache ist ...

V.U.: Unternimmst Du etwas mit den anderen Jungs aus der Band in Eurer Freizeit oder trennen sich Eure Wege, wenn Ihr nicht gerade etwas für die Band arbeitet?

Marko: Ehrlich gesagt unternehmen wir nichts zusammen, denn wir leben ja alle in verschiedenen Städten. Natürlich proben wir zusammen für Gigs oder wenn wir neue Arrangements einspielen. Rainer und ich haben beide Homestudios, so dass wir die Möglichkeit haben, neues Material allein einzuspielen. Via Internet diskutieren wir dann über unsere Musik und neue Arrangements.

Diablo Interview Foto 4

Was trinkst Du am liebsten?

Marko: Oh, das ist Bier, und meistens trinke ich dann Lager. Harten Stoff rühr ich nicht an, es ist immer nur BIER!

V.U.: Oh, Lager ... Ich hoffe, daß ich die Möglichkeit haben werde, Dich auf Eurer hoffentlich baldigen Deutschland-Tour von dem guten, deutschen Bier zu überzeugen ...

Marko: okay , wir werden sehen ...

V.U.: Und jetzt ist es Zeit für Deine letzten Worte ............für jetzt und an die Leser von Visions-Underground ..............

Marko: Wenn Ihr unsere CD´s mögt, werdet Ihr uns live lieben ...

V.U.: Marko, Kiitos, daß Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Viele Grüße von mir auch an die anderen Bandmitglieder ... Ich hoffe, Euch zu treffen, wenn Ihr in Deutschland tourt ...

Marko: BYE !!!

Dani Z-H/ V.U.
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