Interview

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Morian - Interview

Die finnischen Düsterrocker von „Morian“ bringen 2007 ihr Debutalbum auf den Markt, knacken damit prompt die finnischen Charts und landeten bereits mit dem Titelsong ihrer EP „Firewalkers“ in der „Most-Wanted Liste“ einer kanadischen Radiostation.

Morian CD-Cover: Sentinels Of The Sun
Sentinels of the Sun“ erschien dieses Jahr über Dynamic Arts Records.

Ein Traumstart nach Maß also. Wenn das mal kein Grund ist mit Frontmann Janne Siekkinen ein bisschen über die jüngsten Ereignisse und die nahe Zukunft zu plaudern. Und so klingelte also eines Samstagabends mein Telefon...

VU: Hallo. Zuerst mal herzlichen Glückwunsch zu eurem Debutalbum „Sentinels of the Sun“.


Janne: Vielen Dank

VU: Wie man hören kann sind auf dem Album viele verschiedene Einflüsse zu hören. Metal, klassischer Hard Rock usw. Was sind die musikalischen Einflüsse, bezogen auf die Bands, die euch beeinflusst haben?

Janne: Eigentlich ist es ziemlich schwer individuelle Bands zu nennen die uns beeinflussen. Es gibt viele verschiedene Musikrichtungen und Bands aus denen die einzelnen Mitglieder der Band kommen. Von Poprock über Blues bis hin zu Black Metal oder Elektronischer Musik bringen alle unterschiedliche Eindrücke mit, die zusammengenommen den Sound von Morian ergeben.

VU: Und wie bringt ihr das alles dann unter einen Hut? Wie sieht das Songwriting aus? Als klassische Proberaumband beim jammen oder werden Ideen im stillen Kämmerlein ausgearbeitet und später den restlichen Mitgliedern per E-Mail geschickt oder vorgestellt?

Janne: Im Grunde ist es wie ein Puzzle. Manche Songs entstehen tatsächlich bei Jammsessions, aber grundsätzlich bringt erst jemand ein Riff oder eine Melodie ein, die als Basis für den Song dient. Diese Basis wird vom Rest der Band aufgegriffen und nach und nach vervollständigt. Erst wenn der Song weitestgehend fertig ist, schreibe ich die Lyrics und arbeite die Vocal-Passagen aus.

VU: Aufgenommen habt ihr das Ergebnis dann mit Hiili (Hiilesma). Er arbeitete bekanntermaßen auch schon für Bands wie HIM oder Sentenced. Seit ihr schon mit diesen Gruppen verglichen worden, Soundmäßig oder auf Grund der Tatsache, dass ihr den selben Produzenten habt?

Janne: Ich weiß nicht. Eigentlich sehe ich persönlich nicht so viele Gemeinsamkeiten mit diesen Bands. Es wäre aber okay, es sind großartige Bands und ich mag sie. Es kann schon sein, dass man uns vergleicht, und Ähnlichkeiten zwischen uns sieht, vielleicht auch weil Hiili die Produktion übernahm. Schließlich werden HIM oder Sentenced automatisch erwähnt, wenn man auf Hiili zu sprechen kommt. Aber im Grunde ist es auch okay, es ist schließlich auch recht positiv wenn man uns bereits neben solchen erfolgreichen Bands sieht.

VU: Manche Bands haben eben Probleme damit, wenn man sie mit anderen, populäreren Kollegen vergleicht, und pochen auf ihre Individualität auch wenn Parallelen bestehen.

Janne: Das belastet mich nicht sonderlich. Immerhin haben wir ja auch poppige Melodien und Gesangslinien in unseren Songs. Und obwohl wir eine Band aus der Hard Rock und Metal Ecke sind, sind unsere Songs doch ziemlich catchy und Pop-kompatibel. Da besteht durchaus eine Verbindung mit diesen Bands. Aber so was kümmert mich auch nicht weiter. Es ist doch auch ganz gut mit solch erfolgreichen Bands verglichen zu werden. Besser als wenn man uns einfach als schlechte Band bezeichnen würde. HaHa.

VU: Ihr habt ja auch schon einen Charterfolg in Finnland zu verzeichnen, mit der Single „Away from the Sun“. Die steht im Moment auf Platz zwei richtig?

Janne: Ja, genau.

VU: Wie hast du reagiert, als du erfahren hast, dass ihr auf Platz zwei der Charts seid, und das mit einem Song von eurem Debut?

Morian
Steht auf Rammstein, aber nicht auf Autorennen. Janne Siekkinen (3.v.l.)

Janne: Nunja, ich war natürlich ziemlich überrascht. Ich bekam eines Tages einen Anruf, von einer der größten finnischen Radiostationen, die regelmäßig die Charts präsentieren. Sie sagten: „Hallo, wir haben hier eine kleine Anfrage für ein Interview zu eurer Single.“ Und ich fragte, ob das jetzt bedeuten würde dass wir in die Charts eingestiegen sind. Aber dazu haben sie keine Angaben gemacht. Sie haben uns zunächst mal im Unklaren gelassen. Aber eigentlich stand es schon von diesem Moment an fest, das wir drin waren. HaHa. Umso erstaunlicher ist es, da wir kein besonders großes Label hinter uns haben. Die Leute unseres Labels machen einen großartigen Job, und es wurde auch eine gute Promotion gemacht, aber eigentlich braucht man ja immer ein großes Label hinter sich, das genug Kohle in die Produktion und die Promotion fließen lässt. So versuchen sie sicherzustellen, dass du auch garantiert in den Charts landest. Wir sind aber eine kleine Band bei einem relativ kleinen Label und es ist daher umso schöner zu sehen, dass man auch einfach mit guter Musik Erfolg haben kann.

VU: Naja, wenn ich mir die deutschen Charts ansehe braucht man hier wohl keine gute Musik für den Erfolg. HaHa

Janne: (lacht) ja, hier ist das auch nicht sehr viel anders. Ich meine wo kommen diese ganzen Schrott-Bands her? HaHa. Aber ich glaube wenn man die Leute genug quält und den Song zehnmal am Tag auf MTV und genauso oft im Radio bringt, glauben die meisten, dass das gut sein muss. HaHa

VU: Ja, wenn du es oft genug hörst gefällt es dir schon irgendwann. Nunja. Ihr habt aber außer dem Charterfolg auch einen „Most-Wanted-Song“ bei einer kanadischen Radiostation. Wie kam’s denn dazu? Ich meine ich hätte es verstanden wenn es Norwegen, England oder Deutschland gewesen wäre, aber KANADA?? Ist immerhin ziemlich weit weg.

Janne: (lacht) ja, das war schon ziemlich komisch. Wir hatten gerade die „Firewalkers“- Promo rausgebracht, wir hatten kein Label und niemand kannte uns. Irgendwie ist das Ding dann nach Kanada gelangt und war plötzlich die meistgewünschte Platte. Keine Ahnung was die in Kanada so besonderes an uns finden.

VU: Es scheint also als würdet ihr ja irgendwas richtig machen.

Janne: (lacht) Möglicherweise.

VU: Über Kanada könntet ihr dann ja noch als nächstes den Amerikanischen Markt knacken HaHa.

Janne: HaHa ja genau, das hoffe ich doch. Heute Kanada und morgen...

VU: Ihr habt in Finnland bereits einige Shows gespielt nehme ich an?

Janne: Seit wir das Album im Mai in Finnland rausbrachten, haben wir um die 20-30 Shows gespielt. Nicht jede Woche drei Stück, aber so ziemlich jedes Wochenende hatten wir einen Gig. Wenn man mich fragte was ich am Wochenende mache; einen Gig... schon wieder (lacht). Aber das ist schon gut so. es wäre schon schlecht wenn es nicht so wäre.

VU: Gibt es schon Pläne für eine Tour? Durch Finnland und auch den Rest von Europa?

Janne: Du bist sogar der erste der das erfährt. Wir stehen in Kontakt mit der Booking-Agentur „Wings of Destiny“ die unsere Touraktivitäten für Deutschland, Österreich und die Schweiz regeln wird.

VU: Wenn ihr als Opening Act mit einer anderen Band auf Tour gehen würdet, welche Band wäre das?

Janne: Das ist ne interessante Frage. Wir werden zwar in Deutschland als Headliner touren und von lokalen Bands supportet aber wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir mit Rammstein touren. Ihre Show ist unglaublich und das wäre ein echter Glücksfall, mit den Jungs zu touren.

VU: Rammstein scheinen generell eine große Nummer in Finnland zu sein. Die Jungs von Apocalyptica betonen auch immer wieder, was für ein Einfluss Rammstein für sie ist.

Janne: Kann schon sein. Irgendwas haben die an sich.

VU: Gibt es eigentlich schon Pläne oder gar Songs fürs nächste Album?

Janne: Ja, wir haben bereits ein paar Songs. Aber jetzt steht erstmal 2008 an, wo wir touren und das Debut auch außerhalb Europas rausbringen werden. Also ist die Veröffentlichung für das zweite Album schon eher in 2009 anzusiedeln. Wir werden sehen, aber es gibt Pläne und auch schon Songideen.

VU: Und wie wird es musikalisch aussehen? Werdet ihr Veränderungen vornehmen oder eher den eingeschlagenen weg weitergehen?

Janne: Ich denke ein Fehler den man auf keinen Fall begehen sollte, ist es ein Folgealbum um jeden Preis entweder poppiger, heavier, oder komplizierter zu gestalten. Ich denke wir werden die Mischung aus Heavy Riffs und Melodien beibehalten. Ich denke dass wir vielleicht etwas heavier werden, aber ohne unsere catchy-Parts zu verlieren.

VU: Zum Schluss hätte ich noch eine Frage die etwas abschweift. In eurer Heimatstadt Jyväskylä findet jährlich die „Neste-Rally“ statt. Macht euch das zu Motorsportfans?

Janne: Eigentlich überhaupt nicht. Diese Rallye ist eigentlich ne ziemlich nervige Angelegenheit. HaHa! Es kommt ein Haufen Leute hier her, dann kannst du nirgends mehr hin, weil die ganze Stadt voll ist und zu allem Überfluss lassen sie auch noch ihren ganzen Müll hier. Ich bin eh kein großer Rallye-Fan, aber ich hab mir einmal gedacht, dass ich mir das doch mal anschauen könnte, um rauszufinden, was daran so speziell ist. Nun, außer den Rücken irgendwelcher Leute und einiger Staubwolken bei denen ich immer dachte: „Hey, das muss ein Auto gewesen sein“, habe ich nichts gesehen.

VU: Na klasse. Tja, das war’s dann auch schon. Vielleicht noch ein paar letzte Worte an die zukünftigen Fans in Deutschland?

Janne: Ja, ich hoffe dass wir mit unserer neuen Booking-Agentur bald eine Tour auf die Beine stellen können, und ich freue mich schon euch auf der Tour zu sehen. Wir haben schon ne Menge gehört, und die deutschen scheinen großartige Fans zu sein. Bis jetzt werden nicht viele unser Album gehört haben, aber das ändert sich ja jetzt. HaHa. Also sehen wir uns, wenn alles wie geplant läuft, etwa im März 2008 in Deutschland. Bye!


Daniel/ V.U.

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