Arnheim Metal Meeting 2005
Es herrscht absolutes Schneechaos als wir uns zum Arnheim Metal Meeting in Holland aufmachen. Daher kommen wir dank Schritttempo auf der Autobahn auch verspätet erst gegen 16 Uhr in Arnheim an. Die ersten Bands haben wir somit leider verpasst, aber die Running Order des Ein-Tages Festivals verspricht noch einige weitere interessante Konzerte. Allerdings ist es nicht möglich alles zu sehen, da die 14 Bands auf 3 verschiedene Räumen verteilt wurden, sodass sich manche Auftritte überschneiden.
Als wir die Halle nun also endlich betreten sind wir erstmal geplättet: Die Location kann man als relativ aussergewöhnlich beschreiben. Man kommt sich vor wie in einem Opernhaus und nur die Besucher erinnern einen daran, dass man auf einem Metal Festival ist. Auf jeden Fall eine nette Atmosphäre.
Nun geht es aber auf schnellstem Wege zu Ensiferum, zu denen wir zum Glück noch gerade rechtzeitig gekommen sind ! Die Show rockt wie immer. Nach einem neuen Intro geht´s mit den üblichen Burnern wie "Token Of Time", "Iron", "Into Battle" oder "Tale Of Revenge" weiter, aber das Publikum hat heute das Privileg erstmals einen neuen Song der bald erscheinenden EP "Dragonheads" zu hören, sowie das Amorphis Cover "Into Hiding". Wieso man aber "LaiLai Hei" und den "Battle Song" aus dem Programm geschmissen hat, bleibt mir unverständlich. Nichtsdestotrotz- der Auftritt war wieder einmal genial und mit dieser Meinung stehe ich, als ich mich beim Konzert umgucke, wohl auch nicht alleine da, denn die Meute geht ab.

Als nächstes stehen Enslaved auf dem Programm. Leider hat mir die Band bis dato nicht viel gesagt, aber nichtsdestotrotz gefällt mir ihr Konzert ganz gut. Und soweit ich es vom Bierstand aus sehen kann, scheint ihre Power auch auf das Publikum überzugreifen, welches bei dem Gig viel Spass zu haben scheint.
Den Bierstand verlasse ich auch vorerst nicht, bis es zu Grave geht. Die Schweden spielen sich unermüdlich durch ein knallhartes und nur von knappen Ansagen unterbrochenes Set. Viel Bewegung ist auf der Bühne zwar nicht zu sehen, aber das scheint der bangenden Meute in den ersten Reihen nichts auszumachen.
Danach ist es Zeit für die Doom-Metaller von Candlemass. Diese lassen erst mal ihren Opener “Mirror Mirror“, nahtlos in den Song “Bewitched“ übergehen. Doom Metal ist zwar nicht unbedingt mein Fall, aber das scheinen einige hier anders zu sehen, denn während des Gigs herrscht im Publikum gute Stimmung und jeder Song wird am Ende bejubelt. Messiah singt sich durch “Black Dwarf“, “Solitude“, “Copernicus“ und schmettert sogar noch “Samarithan“ und “Crystal Ball“ als Zugaben. Der Sound ist wirklich gut und auch über das Zusammenspiel der Band kann man nicht meckern.

Unser nächstes persönliches Highlight nach Ensiferum sind Thyrfing. Diese betreten durch und durch blutgetränkt die Bühne. Das verspricht ja ein interessantes Konzert zu werden. Mich jedenfalls überzeugt ihr Viking/Death Metal und auch von den anderen mich umgebenden Bangern wird er gut aufgenommen. Thyrfing spielen sich durch ein Set bestehend aus Sons wie “Digerdöden”,“Mjölner”,“Raven Eyes”,“From Wilderness Came Death” und “The Voyager“. Ein wirklich gelungener Auftritt-musikalisch wie optisch.
Als nächste und letzte Band steht Destruction auf dem Plan. Die deutschen Thrasher ballern uns unermüdlich altes wie neues Material um die Ohren. Natürlich darf auch hier ein Moshpit nicht fehlen. Meine Musik ist es nicht unbedingt, aber das professionelle Zusammenspiel findet meine vollste Zustimmung.
Faszit des langen, anstrengenden Tages ist, dass es sich trotz der Wetterverhältnisse gelohnt hat einen netten, kleinen Abstecher nach Holland zu machen. Mir als eingefleischtem Pagan Metal Fan haben natürlich Ensiferum und Thyrfing mit Abstand am meisten zugesagt, aber auch die anderen Bands waren nett anzusehen.
Das Arnheim Metal Meeting ist auf jeden Fall einen Besuch wert !!
Nadine Sandfort/ V.U. weitere Live-Reviews »»
