Ensiferum, Suidakra und Naildown - 25.04.2007 Nachtleben / Frankfurt
Es ist für uns das erste mal, dass wir ein Konzert im Nachtleben sehen, deswegen sind wir, als wir den Keller des Clubs betreten, auch relativ erstaunt wie klein die Venue doch ist. Da das Konzert auch noch ausverkauft ist, kann man sich vorstellen, wie hoch die Temperatur in diesem kleinen, mit verschwitzen Metallern vollgestopften Raum gewesen ist - Live-Show inklusive Sauna mit anderen Worten...
Hitzeschlacht im Nachtleben ... Ensiferum live
Doch es hilft alles nichts- Naildown müssen als erste auf die Bretter und schlagen sich tapfer. Vom Growl-Stil her erinnert mich Sänger Daniel auch live bisweilen sehr an Aleksi Laiho von den Bodom Kindern, auch wenn er, anders als eben genannter, auch die cleanen Vocals beherrscht. Die Band macht ihre Sache gut und auch das Publikum nimmt ihre Show wohlwollend entgegen. Viel Bühnenaktion gibt es seitens der Band zwar nicht, aber das ist angesichts der kleinen Bühne mit fünf Mannen wohl auch nicht so einfach ohne sich zu sehr in die Quere zu kommen.
Als nächstes dürfen Suidakra ran. Die mittlerweile eher zu Viking-lastigerem Sound gewechselte Band bringt die Menge trotz viel zu hoher Temperaturen zur Verzückung und schmettert eine Hymne nach der nächsten. Zwischendurch gibt es auch ein paar nette Ansagen von Sänger Arkadius wie, dass studieren in Hessen leichter sei als in Bayern. Das Publikum geht insgesamt aber mehr ab als bei Naildown. Wir müssen uns leider trotzdem zwischendurch mal nach oben an die Luft verdrücken, da wir keinen Kollaps riskieren wollen. Drei Bands von vorne bis hinten in dieser Bruthölle zu sehen ist einfach zu viel für uns.
Auch Bühnentech Skid hält die Hitze nicht mehr aus und beschliesst irgendwann, nur in Unterhose zu arbeiten.
Fronter Pete gab wie immer alles......
Nach mehr oder weniger kurzer Umbaupause ist es dann Zeit für die Headliner Ensiferum. Nach dem neuen Intro "Ad Victoriam" entert die Band, wie immer mit "Kriegsbemalung" und Lederhosen, die Bühne. Los geht´s mit dem Burner "Blood ist the price of glory" und so weit ich das von meinem Platz aus in der verschachtelten Halle sehen kann, geht das Publikum gut ab, feuert die Band auch zwischendurch immer wieder mit "Ensiferum"-Rufen an. Auf den Wunsch eines "Little Dreamer"-Rufers grinst Sänger Petri nur und meint "Not today". Schade.
Es folgt ein Querschnitt durch alle Alben: Alte Songs wie "Treacherous Gods", "Token of time" und "Windrider" wechseln mit Dauerbrennern wie "Lai Lai Hei" und "Tale of revenge" ab, auch "Dragonheads" von der Ep darf nicht fehlen. Natürlich gibt es mit "Ahti", "One more magic potion" und "Victory Song" auch Songs vom erst kürzlich erschienenen dritten Full Length Album.
Ensiferum brachten das Nachtleben zum kochen......
Selbstverständlich lassen die Jungs und das Mädel sich auch eine Zugabe nicht nehmen und kommen nach dem Intro der ersten Platte für "Hero in a dream", "Guardians of Fate", "Iron" und den "Battle Song" zurück auf die Bühne um diese dann nach ca. eineinhalb Stunden schweisstreibender Show endgültig zu verlassen.
Wie immer nach einer sEnsiferum Show sind wir zufrieden. Die Songauswahl war gut, obwohl ich nur zu gerne "Wanderer" mal live gehört hätte. Auch die Ersatzkeyboarderin hat einen respektablen Job gemacht und sich perfekt ins Bandgefüge eingefügt. Die Show war wie immer energiegeladen trotz unmenschlicher Temperaturen. An dieser Stelle vielleicht eine Kritik an den Veranstaltern: die Show ins Batschkapp zu verlegen wäre sicherlich ein kluge Alternative gewesen. Nichtsdestotrotz ein netter Abend.
Nadine S./ V.U.
weitere Live-Reviews »»
