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Killfuck - 17.02.06 Winternachtstraum Festival

Am 17. Und 18. Februar 2006 fand zum dritten Mal das Winternachtstraum Festival im sauerländischen Oeventrop bei Arnsberg statt. Gewidmet dem deutschen Rock- und Metal Underground begeisterte dieses kleine, aber feine Festival die letzten Jahre die Festival Frühstarter und konnte sowohl mit regionalen als auch mit durchaus bekannten Bands wie Night in Gales (2004), Agathodaimon (2005) oder auch Rage (2005) überzeugen. Die Lokalmatadoren von Orden Ogan durften bisher bei keinem der drei Durchläufe fehlen, sind es doch schließlich auch sie, die das Festival, welches übrigens unter anderem von Nuclear Blast gesponsort wird, präsentieren. Schauplatz war und ist eine ca. 1000 Leute fassende Schützenhalle, welche Jahr für Jahr zum Festivalmekka im Sauerland umfunktioniert wird.
Ein Teil der V.U. Crew bestehend aus Daniela, Nadine und meiner Wenigkeit machten uns dieses Jahr vor allem wegen der dubiosen Newcomer Band Killfuck auf den Weg in die Schützenhalle. Die restlichen Bands sahen wir uns eher sporadisch an, und so werde ich hier nur über den Auftritt der Freitags-Headliner schreiben, welchen wir mit Enthusiasmus verfolgten.
Nachdem die holländische Kultband Sinister die Halle heftig zum Beben gebracht hatte, begannen die Umräumarbeiten für den Headliner des Abends. Diese zogen sich länger hin als geplant, und die Spannung stieg ins nahezu Unermessliche. Und spätestens als eine präparierte Leiche auf die Bühne geschleppt wurde, war klar, dass dieser Gig unvergesslich werden würde. Dann war es soweit: die Bühne wurde völlig eingenebelt, brutale Beats schossen aus den Verstärkern und die Musiker begaben sich auf die Bühne. Als letzter betrat der Sänger, welcher sich im Gegensatz zu seinen Kollegen zuvor weder beim Soundcheck noch sonstwo hat sehen lassen, mit Sturmmaske die Bretter. Unterstützt durch reichlich Nebel und einer der extremen Musik angepassten Lightshow, begannen Killfuck mit ihrer Darbietung.

Killfuck
kurz aber heftig: Killfuck

Ein Song nach dem anderen wurde ins Publikum geballert, und der Sänger verschwendete die Zeit nicht mit großartigen Ansagen, sondern grunzte nur ab und zu unverständliche englische Wortfetzen ins Mikro, die dann ungefähr so klangen :“Next song motherfucking asshole bitch cunt woargh!“ Bei einem kristallklaren Sound lieferten Killfuck einen brillianten ersten Gig ab, welcher einen seiner Höhepunkte im Zerstückeln der Leiche (die angefüllt mit (Kunst)-Blut war) mit Hilfe einer Axt, fand. Viele im Publikum erhofften sich wohl, nachdem der Sänger an irgendeinem Punkt der Show seine Sturmmaske vom Kopf gerissen hatte, endlich Klarheit im Punkt auf die Herkunft und den Namen des Fronttiers. Waren doch Gerüchte im Umlauf, er wäre extra aus Amerika eingeflogen worden. Auch Norwegen und Schweden waren hoch im Kurs, manche vermuteten gar den Sänger von Dark Tranquility hinter dem Ganzen. Durch sein ständiges Headbangen und dem Blut im Gesicht ließ der Sänger auch ohne Maske die Zuschauer im Dunkel tappen. Als er dann gegen Ende der Show eine Laser-Knarre hervorzauberte und eine ganze Meute vermummter Freaks auf die Bühne stürmten, war der Auftritt perfekt. So überzeugten Killfuck sowohl musikalisch (trotz, oder gerade wegen?! dem Halbplayback) als auch optisch, und man darf gespannt auf das Debütalbum sein.
Obwohl die Spielzeit auf eine Stunde angesetzt war, verließen Killfuck schon nach knapp der Hälfte der Zeit die Bühne. Hier galt wohl die Maxime kurz, aber heftig.
Alles in allem ein gelungener Auftritt einer Band, die in Zukunft noch für ordentlich Wirbel sorgen dürfte. Der Geschmack von jedem sind sie wahrlich nicht, aber wann passt schon alles zu 100%...

Julia / V.U.

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