KYPCK, 45 Degree Woman, Dominia – Nosturi, Helsinki, 29.03.2008
Dank meines grandiosen (zufälligen...) Timings, hatte ich während meines Finnland Urlaubs die Gelegenheit KYPCK, und mit ihnen 45 Degree Woman und Dominia, im Nosturi zu sehen.
Das Nosturi ist den meisten wohl ein Begriff, finden da doch öfter auch mal Konzerte statt, die dann aufgezeichnet werden. Um sicher zu gehen, dass ich mich abends nicht noch verlaufe und deshalb was verpasse, bin ich Samstag mittags schon mal die Strecke zum Veranstaltungsort gelaufen, der wirklich bequem in gut 20 Minuten vom Zentrum Helsinkis zu Fuß zu erreichen ist.
Theoretisch sollten abends um 21.00 Uhr die Türen geöffnet werden und um 21.45 Uhr 45 Degree Woman anfangen. Ob das alles so geklappt hat, weiß ich nicht, meine Wenigkeit ist mal wieder nicht zu Potte gekommen und war deshalb dann auch erst kurz nach 22h da. (Aber wenigstens habe ich mich nicht noch verlaufen...). Also schnell die Jacke abgegeben, etliche Treppen hochgelaufen, kurz über das riesige HIM-Pentagramm an der Decke gewundert und los gings...
Die zehn Minuten des Auftritts von 45 Degree Woman, die ich mitbekommen habe, waren jedenfalls oberer Durchschnitt. Die Band hatte hier Heimspiel, kommen sie doch aus Helsinki. Musikalisch haben sie nicht ganz zu den noch folgenden Bands gepasst, bezeichnen sie sich doch treffender Weise einfach als Rock-Band. Dementsprechend wohlwollend, aber zurückhaltend, nahm das Publikum den Auftritt auch wahr.
Mit zehn minütiger Verspätung enterten dann die Russen von Dominia die Bühne. Die Band präsentierte sich extrem bewegungs- und spielfreudig, was nicht nur bei einer Gruppe Russen (keine Ahnung, ob das mitgereiste Freunde oder „normale“ Fans waren), sondern auch beim finnischen Publikum gut ankam. Der Sicherheitsabstand zur Bühne, der bei 45 Degree Woman doch noch relativ groß war, verringerte sich jedenfalls sichtbar und beim munteren Haare schütteln wurde die Nackenmuskulatur trainiert. Nach gut 45 Minuten beendeten die Melodic Death Metaller dann ihren Gig und der Umbau für KYPCK begann.
Punkt 0.00 Uhr setzte dann das Intro für die Herren aus Oulu ein. Mit viel Nebel, wenig Licht (die Fotografen im Fotograben sind zu Beginn fast verzweifelt...), einer Dia-Show und „U-Boot-Sound“ wurde eine ganz eigene, passende Stimmung erzeugt.
absolute Finsternis - KYPCK
Sänger Erkki Seppänen machte die Ansagen mal auf finnisch, mal auf russisch (zur Freude der anwesenden Russen) und bemühte sich, etwas Bewegung ins Publikum zu bringen. Unterstützt wurde er dabei vom Bassisten Ylä-Rautio, dessen Aktionen à la „wir marschieren über die Bühne“ dann aber doch eher lächerlich wirkten. Drummer Hiilesmaa verschwand im Grunde hinter seinem Instrument und Gitarrist Sami Lopakka hielt es ähnlich wie zu Sentenced-Zeiten: bangen: ja, viel bewegen: nein.
Die Druckerzeuger bei KYPCK: Sami Lopakka & Sami Kukkohovi
Die zweite Gitarre wurde von Sami Kukkohovi (na, klickts? Richtig, der ehemalige Sentenced-Bassist !! ) gespielt. Ganz so glücklich sah der allerdings auch nicht aus, aber es gab wohl irgendwelche technischen Probleme. Gespielt wurden, welch Wunder, Songs vom Debüt-Album „Cherno“. Weil es bisher schlicht weg zu wenig Songs gibt, wurde auch bei der Zugabe nur ein Song, der vorher schon gespielt wurde, wiederholt, bevor dann nach einer Stunde Schluss war und die Herren sich still und leise von der Bühne verkrümelten.
Also die Treppen wieder runter, Jacke abholen (das ging wirklich flott, Wahnsinn...) und zurück ins Hostel.
Alles in allem war es ein angenehmer Abend mit drei guten Bands, wovon vor allem Dominia und KYPCK sicherlich ihren ganz eigenen Stil haben und, trotz der großen Dichte der guten Bands in diesen Genres, ihre eigene Nische gefunden haben. Jederzeit gerne wieder!
Kerstin / V.U. weitere Live-Reviews »»
