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Thrash em down Festival - 23.09.2006 Bietigheim-Bissingen

thrash em down: running orderBereits zum dritten Mal fand am Samstag, den 23.9. das Thrash em down Festival statt, und wie jedes Mal wird old schooliger Thrash von Bands hauptsächlich aus dem Bereich Süddeutschland geboten. Faire Eintrittspreise sind hier also schon Tradition, und so war es auch kaum verwunderlich, dass sich etwa 300 Nasen aus allen Herren Ländern (Baden, Württemberg, Hessen, Bayern, Franken, Pfalz) einfanden um ordentlich einen Drauf zu machen!
Diese geballte Ladung Headbangen (siehe Running Order) gabs für nur 7 € an der Abendkasse oder 5 € im Vorverkauf!
Dieses Jahr waren als Opener die Horber Ferkeleienmaschine Cruelty am Start. Leider waren wir mal wieder viel zu spät da (danke, Fossi!) und verpassten Cruelty als auch Legion of Fate.

thrash em down festivalAber auf Metaller ist Verlass, und deshalb kann ich euch dank Fahri trotzdem ein paar Schnappschüsse der Bands zeigen!
Bereits bei Cruelty wurde sich schädelmäßig einer abgebangt, und wie so oft bei Auftritten von Bands aus der Gegend war auch der Golden Shower Club mit am Start. Zur Freude (fast) aller Zuschauer liess sich der GSC zu einer kleinen Liveperformance herab - zu Spandex passt einfach am Besten auf der Bühne blankzuziehen.

Auch bei Legion of Fate wurde ordentlich abgemosht, die Nachwuchsband aus Ludwigsburg schoss aus allen Rohren und zeigte neben Cruelty, dass junge Bands den Spirit der 80er hochhalten und leben! Sei es auch im Fall von Legion of Fate outfittechnisch eher die alte Sepultura-Schiene. Zum Glück für uns kam es in der Folge zu Problemen mit der PA, was die Auftritte der nachfolgenden Bands verzögerte. Kultig auch die „middem Leiterwagen voll Bier-Abholaktion“ vom Bahnhof zum JuZe, die von der Band supportet wurde...

Kurzfristig aufs Billing gerutscht waren Hateful Agony, die als Ersatz für Exotoxin einsprangen. Routiniert und mit vielen Underground Gassenhauern bewaffnet waren sie aber allemal ein würdiger Ersatz, der schon ziemlich viele Banger vor die Bühne locken konnte. Die Münchner spielten sich den Arsch ab, auch wenn man vielleicht etwas mehr mit dem Publikum hätte kommunizieren können. Ein absolutes Highlight war für mich aber der Killer-Stagediver, der einen glatten Salto Vorwärts in die Menge gemacht hat, leider gibt´s davon keine Bilder! Aber spricht für die gute Stimmung, dass es a) solche Action im Publikum gibt und b) sich niemand aufregt, ordentlich einen Fuß in die Fresse zu bekommen.

Wie es auf Festivals nun mal so ist, man trifft viele alte Bekannte, trinkt dabei einen und lässt dann ist Bier eben manchmal Bier und Band Nebensache. Da mich persönlich Davidian nicht so interessiert haben, hab ich die Band sausen lassen und mich draußen mit diversen Kollegen amüsiert und versucht für Gleichberechtigung zu sorgen. Da draußen ständig ein nackter Flitzer unterwegs war, versuchten wir, auch ein paar Damen zum Mitmachen zu Überreden. Seltsamerweise wollten sie trotz Bestechung durch Bier und Zigaretten nicht darauf eingehen. Schade! Hier trotzdem ein Bild von Davidian, die ich komplett verpasste.

Als es draußen plötzlich hiess: Ey! Nuclear Warfare fangen an, machte sich das versammelte Kuttenträgervolk endgültig auf den Weg nach drinnen, bereit eine Thrash Vollbedienung zu kassieren. Vor gerammelt voller Bude rotzten Nuclear Warfare alles runter was sie zu bieten haben, inklusive neuer Stücke vom erscheinenden Album „We come in Peace“ (wer mal reinhören will in Killersongs wie Thrash Metal Tank soll ruhig mal auf der Homepage www.nuclearwarfare.de reinschauen). Frenetisch vom Publikum gefeiert, wurde auch bald der absolute Partyhit der Band gefordert: „DOSENPFAND MUSS WEG!!!“ Klar, dass sich das Ganze schnell zu einer unkontrollierbaren Bierspritzorgie ausweitete, bei der hauptsächlich aus der großen Dose getrunken wurde. Aufgrund der absolut geilen Performance der Band und der Super Stimmung im Publikum muss man sagen, dass Nuclear Warfare hier eindeutig die meistabgefeiertste Band waren.

Jetzt musste erstmal ein kleines Päuschen her. Erstma n Bier trinken. Hey, wo sind eigentlich die andern..? Egal, erst noch mal ein Bierchen... (Nebel zieht auf, der Schreiberling hats mal wieder etwas übertrieben). Passend zu meinem Zustand spielten als krönender Abschluß noch Delirium Tremens, die Thrash Veteranen aus Nürnberg. Klar war es schwierig das Stimmungslevel von NW zu halten, aber die Jungs gaben alles und heizten der teils schon etwas müde wirkenden Meute noch mal richtig ein.
Und wie zu erwarten wurde die Bühne auch bei Delirium gestürmt, Killerriff an Killerriff reihte sich aneinander, und so konnte das Festival extrem und gar nicht gemütlich ausklingen. So muss Thrash sich anhören! Und sag noch einer, das sei ehe was für ältere Herren, ich schätze den Altersdurchschnitt der Besucher auf 21 Jahre, also Leute, die zu den Glanzzeiten des deutschen Thrash gerade mal den Windeln entstiegen waren oder noch nicht einmal das!

Solche Konzerte zeigen immer wieder, wie stark der deutsche Underground ist und was für Spitzenbands er hervorbringt, die in der sog. unabhängigen Metalpresse unter „ferner liefen“ auftauchen und in der stattdessen drittklassige Outputs größerer Bands über den grünen Klee gelobt werden. Also Leute: Support the Underground, auf dass es auch ein viertes, fünftes Thrash em Down geben wird! Und noch mal danke an Fahri, dass er mir diese supergeilen Bilder zur Verfügung gestellt hat!

Bang on, Ruupü!

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